dann ist es sehr undankbar. Denn die mütterliche Liebe derFrau Fleming-"
Der Kammerjunkcr sprang auf und rief: „Bei Gott,
Katharine, eure Zunge weiß sich eben so vielfach zu verwandeln,wie Eure Person! Ihr treibt Euren Spott mit mir, grausa-mes Mädchen. Ihr wißt, Frau Fleming macht sich aus Unser-eincm gerade so viel wie die verwünschte Prinzessin auf deraltmodischen Hoftapctc dort."
„Es mag sein," sprach Katharine Seyton, „aber Ihrsolltet nicht so laut reden."
„Psch!" fuhr der Kammerjunkcr fort; „sie kümmert sichum Niemanden, als um sich und um die Königin. Ucberdieswißt Ihr, daß mir an der guten Meinung von Keiner unterEuch etwas gelegen ist, wenn ich nicht die Eurige habe- Nein,wahrlich selbst an der Meinung der Königin Maria nicht."
„Schändlich genug von Euch, wenn dem so wäre," ent-gegnen Katharine mit großer Ruhe.
„Oh, schöne Katharine," sprach Roland, „warum wolltIhr so meinen Feuereifer dämpfen, während ich mich mit Leibund Seele der Sache Eurer Gebieterin weihe?"
„Darum," antwortete Katharine, „weil Ihr eine so edleSache hcrabwürdigt, indem Ihr neben derselben einen niedrigen,eigennützigen Beweggrund erwähnt. Glaubt mir," fuhr siefort, mit leuchtenden Augen und höher gefärbten Wangen,„schmählig und irrig denken Die von dem Weibe, — ich meinevon dem, welches diesen Namen verdient, — welche glauben, daßdasselbe auf die Befriedigung seiner Eitelkeit oder auf die Er-langung der Bewunderung und Zuneigung eines Liebhabersmehr hält, als auf die Tugend und Ehre des Mannes, den cszu bevorzugen vermocht werden kann. Wer seiner Religion,seinem Fürsten, seinem Baterlande mit Eifer und Hingebung