„Da — da seid Ihr wieder zornig," sprach Katharine,„und Ihr verdientet, daß ich das Gespräch abdräche. Aberich will großmüthig sein und Eure Frage beantworten. Wissetalso, wir hatten zweierlei Gründe, Euch ins Geheimniß zuziehen. Erstlich konnten wir es nicht wohl umgehen, da Ihrin dem Zimmer schlieft, durch welches unser Weg ging. Zwei-tens — "
„Nein," fiel der Kammcrjunkcr ein, „Ihr könnt denzweiten Grund sparen, da der erste Euer Vertrauen gegen michzu einem nothgedrungcncn macht."
„Halt's Maul!" rief Katharine. „Also zweitens ist unteruns eine alberne Person, welche glaubt, Roland hat ein war-mes Herz, wenn auch einen Schwindclkopf, sein Blut ist rein,wenn cs auch etwas zu schnell siedet, seine Treue und Ehr-lichkeit sind zuverlässig wie der Angelstern, obwohl seine Zungemanchmal nichts weniger als verständig ist."
Dies Gcständniß machte Katharine mit leiser Stimme undmit auf den Boden gehefteten Augen, als ob sie den BlickenRolands ausweichcn wollte, während sie cs über ihre Lippengehen ließ. „Und diese einzige Freundin," rief der Jünglingentzückt, „diese Einzige, welche dem armen Roland wollte Ge-rechtigkeit widerfahren lassen, deren eignes edles Herz sie lehrte,zu unterscheiden zwischen Thorheiten des Kopfes und Fehlerndes Herzens? — wollt Ihr mir nicht sagen, thcucrste Katha-rine, wem ich meinen innigsten, herzlichsten Dank schuldig bin?"
„Nein," antwortete Katharine, „wenn Euer eignes Herzcs Euch nicht sagt—"
„Theuerste Katharine!" sprach Roland, ihre Hand fassendund sich auf ein Knie nicdcrlassend.
„Ich meine, wenn Euer eignes Herz es Euch nicht sagt,