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Zur gewöhnlichen Stunde ward das Frühstück gebracht un-ter Vortritt des Hofmeisters, der die gewöhnlichen Förmlichkei-ten beobachtete, aber mit einem spöttischen Blick auf Rolandbemerkte: „Ich überlast' es Euch, junger Herr, das Amt desVorschneiders zu versehen. Zu lange ist dieser Dienst der FrauMaria durch einen Angehörigen des Hauses Douglas geleistetworden."
„Und wär' es der Vorzüglichste, der je diesen Namen ge-führt, so könnt' er sich eine Ehre daraus machen," versetzteder Kammerjunker.
Der Hofmeister entfernte sich, ohne diesen Trumpf anderszu erwidern, als mit einem finsteren Hohnlächeln. Roland,der sich jetzt allein in dem Zimmer befand, dachte mit Lust undLiebe an das ihm überlassene Geschäft und wie er nach Kräf-ten die anmuthigc und höfliche Weise nachahmcn wolle, mitwelcher Georg von Douglas dasselbe an der Tafel der Königinvon Schottland verrichtet hatte. Es war mehr als jugendlicheEitelkeit, es war eine edelmüthige Hingebung in dem Gefühle,mit welchem er dasselbe übernahm, wie wenn ein braver Kriegs-mann an den Platz seines im ersten Glieds gefallenen Kamera-den vortritt. „Ich bin jetzt," dachte er, „ihr einziger Kämpe;mag Glück oder Unglück kommen, ich will nach besten Kräftenso treu, so zuverlässig, so brav sein, wie nur irgend ein Dou-glas sein könnte."
Zn diesem Augenblick trat Katharine Scyton ein, widerihre Gewohnheit allein, und ganz gegen ihre Weise mit demSchnupftuch vor den Augen. Roland Graeme näherte sich ihrmit klopfendem Herzen und gesenktem Blick und fragte sie leiseund zögernd, ob die Königin wohl sei?
„Könnt Ihr das denken?" antwortete Katharine. „MeintIhr, das Herz und der Leib dieser Frau sei von Stahl und