Einunddreißcgstes Kapitel.
Vergiftet — unwohl: — todt, verlassen, hin!
So sehr auch Roland des Aufenthaltes auf Schloß Loch-leven müde war, so sehr er auch wünschte, der Anschlag zurBefreiung der Königin möchte geglückt sein, so ist doch dieFrage, ob er je mit angenehmeren Gefühlen erwachte, als andem Morgen, nachdem des Burgvogts Befreiungsplan vereiteltworden war. Erstlich war er jetzt überzeugt, daß er des Ab-tes Wink mißverstanden hatte, und daß die Neigung von GeorgDouglas nicht Katharinen Seyton, sondern die Königin zumGegenstände hatte. Zweitens glaubte er nach den Erklärungen,die zwischen ihm und dem Hofmeister stattgefunden hatten, freieHand zu haben, um ohne Verletzung seiner Ehre in seinemVerhältnisse zum Hause Lochleven nach Kräften zu jedem künf-tigen Befrciungsversuche beizutragen. Und abgesehen von seinerGeneigtheit zu der Unternehmung, wußte er, daß er keinensicherern Weg zur Gunst von Katharine Seyton finden konnte.Er suchte jetzt nur eine Gelegenheit, um sie wissen zu lassen,daß er sich diese Aufgabe gestellt habe, und der Zufall ver-schaffte ihm eine ungewöhnlich günstige.
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