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„Gefällt es Euch vielleicht," sprach Dryfcsdale zögernd,„daß diese Person — diese Frau — mehr eingeschränkt werde?"
„Nein,Knecht!" antwortete die Burgfrau unwillig. „MeineRache läßt sich nicht zu so niedriger Befriedigung herab. Aberich will eine angemessenere Rache haben, oder das Grab meinerAhnen soll meine Schmach bedecken!"
„Ihr sollt sie haben, Madame," sprach Dryfcsdake.„Noch che zwei Mal die Sonne untergegangcn ist, sollt Ihrgestehen, daß Ihr vollkommen gerächt seid."
Die Burgfrau erwiderte Nichts auf diese Versicherung; —vielleicht überhörte sie dieselbe, da sie eben hinausging. Dry-fesdale entließ die Diener, theils auf Wachtposten, theils zurRuhe. Er selber blieb zurück. Roland, der sich außer ihmnoch allein in dem Zimmer befand, war erstaunt, den altenKriegsmann mit größerer Freundlichkeit, als er je vorher anihm bemerkt, auf sich zukommen zu sehen, — mit einer Freund-lichkeit, welche übel zu seinen finsteren Gcsichtszügen paßte.
„Junger Mensch," sprach der Hofmeister, „ich habe direiniger Maßen Unrecht gcthan. Aber es ist deine eigene Schuld,denn dein Benehmen kam mir so flatterhaft vor, wie die Fe-der auf deinem Hut. Dein fantastischer Putz und deine Auf-gelegtheit zu eitler Lust und Thorheit haben mich veranlaßt,dich etwas zu hart zu beurcheilen. Aber heute Nacht Hab' ichaus meinem Fenster gesehen, neugierig, wo du dich im Gar-ten unterbringen möchtest, und bei dieser Gelegenheit war ichZeuge deiner aufrichtigen Bemühungen, den Helfershelfer desTreulosen sestzuhalten, der nicht länger seines Vaters Namenzu führen verdient, sondern wie ein fauler Zweig abgeschnit-ten werden muß. Eben wollt' ich dir zu Hülfe kommen, alsdie Pistole losging und der Wärter. — ein falscher Schelm, denich im Verdachte der Bestechlichkeit habe — sich genöthigt sah,