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5 (1851) Der Abt
Entstehung
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Die Königin warf einen wohlgefälligen Bück in einen gro-ßen Spiegel auf der einen Seite des Zimmers, welcher beimFackelschein ihr schönes Gesicht und ihre anmuthige Gestalt zu-rückstrahltc.Unsere Wirthin wird artig," sprach sie zu FrauFleming.Wir hätten nicht gedacht, daß Kummer und Ge-fangenschaft Uns noch einen so großen Theil von dem Reich-thum gelassen hätten, welchen die Frauen am höchsten schätzen."

Ew. Durchlaucht wird dies strenge Weib wahnsinnig ma-chen," flüsterte Frau Fleming.Kniefällig bitt' ich Euch, zubedenken, daß sie schon furchtbar beleidigt ist, und daß wir inihrer Hand sind."

Ich will sic nicht schonen, Fleming," antwortete dieKönigin.Es geht mir wider die Natur. Sie hat mein auf-richtiges Beileid mit Schmach und Hohn zurückgewiesen; siesoll cs mir entgelten. Wenn ihre Worte zu stumpf sind, umihr als Antwort zu dienen, so laßt sie ihren Dolch gebrauchen,wenn sie es wagt!"

Um dem Auftritt ein Ende zu machen, sagte Frau Flemingmit vernehmlicher Stimme:Die Frau von Lochlebcn würdesicherlich wohl thun, sich zu entfernen ubd ihre Durchlaucht zuverlassen, auf daß Dieselbe ruhen möge."

Ja wohl," versetzte die Burgfrau,oder vielmehr IhreDurchlaucht und Ihrer Durchlaucht Kammerkätzchen zu verlas-sen, damit sie überlegen können, für welche dumme Fliege siedas nächste Mal ihr Netz ausspannen mögen. Mein ältesterSohn ist Wittwer wäre er nicht mehr der schmeichelndenHoffnungen wcrth, mit denen Ihr seinen Bruder verführthabt? Freilich ist das Ehejoch schon drei Mal aufgelegt wor-den aber die römische Kirche nennt es ein Sacrament, undihre Anhänger mögen glauben, daß man eines solchen nicht zuoft thcilhaftig werden könne."