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5 (1851) Der Abt
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hat je so gut, wie du, cs verstanden, die tiefsten Wundenunter dem Schein der Güte und Höflichkeit zu schlagen? Werseit dem großen Verräther konnte je so mit einem Kusse ver-rathen?"

Frau Douglas von Lochlevcn," sprach die Königin,rndiesem Augenblick kannst du mich nicht beleidigen; nein, selbstnicht durch die grobe unweibliche Sprache, die du gegen michin Gegenwart des Hausgesindes und bewaffneter Knechte füh-rest. Ich bin diese Nacht einem Mitglieds des Hauses Lochle-ven zu solchem Dank verbunden worden, daß dieser Alles ver-wischt, was die Gebieterin in diesem Hause in ihrer wildenLeidenschaft sagen oder thun kann."

Wir sind Euch sehr verbunden, Fürstin," entgegnet«die Burgfrau, indem sie sich Gewalt anthat, um aus ihremheftigen Tone in den bitterer Ironie überzugehcn.Unserarmes Haus ist selten mit königlichem Lächeln beehrt wordenund wird schwerlich, wenn ich die Wahl habe, seine rauhe Ehr-lichkeit für solche Hofehre austauschen, wie uns Maria vonSchottland jetzt ertheilen kann."

Wer so gut zu kichmen verstand," versetzte die Königin,der kann sich freilich der mit dem Empfangen verknüpftenVerbindlichkeit entledigt erachten. Daß ich jetzt wenig anzu-bietcn habe, ist die Schuld der Douglase und ihrer Verbün-deten."

Seid unbesorgt, Madame," fuhr die Frau von Lochle--ven in ihrem bitteren Tone fort,Ihr behaltet einen Schatz,den weder Eure Verschwendung erschöpfen, noch Euer beleidig-tes Vaterland Euch nehmen kann. So lange Euch noch schöneWorte und verlockendes Lächeln zu Gebote stehen, bedürft Ihrkeiner anderen Bestcchungsmittel, um die Jugend zur Thor-heit zu verleiten."