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5 (1851) Der Abt
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mißhandelte unter allen Königinnen für die liebenswürdigsteder Frauen."

Douglas," sprach die Königin,muß ich in diesem Augen-blicke, ja in diesem Augenblicke, wo ich vielleicht für immereinen treuen Unterthan verliere, dich tadeln dafür, daß du ver-gissest, was du mir, als deiner Königin, schuldig bist?"

Elender Bube," rief Frau von Lochlcven außer sich vorSchmerz,bist du so weit in die Schlingen dieses moabitischenWeibes gefallen? Hast du deinen Namen, deine Lchenspflicht,deinen Rittereid, deine Pflicht gegen deine Eltern, gegen deinVaterland und gegen deinen Gott hingcgeben für eine erheuchelteThräne oder für ein kränkliches Lächeln von Lippen, welcheden armseligen Franz geschmeichelt, den schwachköpsigen Darn-ley zum Lode gelockt, welche üppige Gedichte mit dem Günst-ling Chastelar gelesen, welche in die von dem Bettler Rizziogesungenen Liebeslieder eingestimmt, welche sich entzückt mitdenen des schändlichen und lüderlichcn Bothwell vereinigthaben?"

Lästert nicht, Madame!" cntgcgnete Douglas.UndIhr schöne und eben so tugendhafte als schöne Königin, zürntnicht in diesem Augenblick über die Verwegenheit Eures Die-ners! Glaubt nicht, daß die bloße Ergebenheit des Untertha-nen mich zu der Rolle gebracht hat, die ich übernommen hatte.Wohl verdient Ihr, daß jeder Eurer Unterthanen sür Euchsterbe. Aber ich habe mehr gethan ich habe gethan, wozunur Liebe einen Douglas bewegen konnte, ich habe geheu-chelt. Lebt wohl denn, Königin aller Herzen und höchste Ge-bieterin des Herzens von Douglas! Wenn Ihr frei werdetaus diesen Banden, denn frei müßt Ihr werden, wennnoch Gerechtigkeit im Himmel ist, und wenn Ihr dannmit Ehren und Titeln den Mann belohnt, der Euch Eurer