gefaßt hat: „Setzt kein Leben um meinetwillen auf's Spiel.Ich allein-" -
„Douglas!" unterbrach ihn die Königin, „bist du wahn-sinnig? Sprich nicht; ich befehle es dir."
„Madame," erwiderte er mit einer tiefen Verbeugung,gern würde ich Eurem Befehle gehorchen. Aber sie müssen einOpfer haben, und so laßt es das rechte sein. — Ja, Ma-dame," fuhr er fort, sich an seine Großmutter wendend, „ichallein bin hier der Schuldige. Wenn das Wort eines Douglasnoch irgend Etwas bei Euch gilt, so glaubt mir, daß dieserKnabe uns^uldig ist. Aus Euer Gewissen verpflicht' ich Euch,thut ihm nichts zu Leide. Eben so wenig laßt es die Königinentgelten, daß sie die Gelegenheit, frei zu werden, ergriffenhat, welche reine Unterthancntrcue, — welche ein noch tiefe-res Gefühl — ihr dargeboten hat. Ja, ich habe den Plan zurRettung der schönsten, der am härtesten verfolgten Frau gemacht,und weit entfernt, zu bedauern, daß ich eine Icitlang die Bos-heit ihrer Feinde getäuscht habe, rühme ich mich dessen undbin mit Freuden bereit, mein Leben für sie hinzugeben."
„Nun, möge Gott sich meines Alters erbarmen und mirKraft verleihen, diese Last des Jammers zu ertragen!" riefdie Burgfrau aus. „O Fürstin, geboren in einer unglückseligenStunde, wann wirst du aufhören, das Werkzeug der Verfüh-rung und des Verderbens für alle Die zu sein, welche dirnahen! O altes Haus Lochleven, so lange berühmt durch Adelund Ehre, eine böse Stunde war es, welche die falsche Schlangeunter dein Dach gebracht hat!"
„Sagt das nicht, Madame," versetzte ihr Enkel. „Diealte Ehre des Geschlechts Douglas wird überstrahlt werden,wenn einer seiner Abkömmlinge stirbt für die am schwersten