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5 (1851) Der Abt
Entstehung
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Roland, der aus ihrem unterdrückten Lachen abnehmen zudürfen glaubte, seine Gewaltthäti'gkeit sei nicht unverzeihlich,hielt den Mantel fest. Da sprach sie im härteren und reinzornigen Tone:Wahnsinniger, laß mich los! Leben undTod stehen in diesem Augenblicke auf dem Spiele. Ich möchtedir Nichts zu Leide thun. Aber nimm dich in Acht!"

Bei diesen Worten machte das räthselhafte Wesen einenVersuch, von ihm loszukommen, und bei diesem Versuch gingeine Pistole los, welche sie in der Hand oder am Leibe trug.

Der Knall brachte sogleich das Schloß in Bewegung. DerWärter stieß in's Horn, zog die Burgglocke und rief:Ver-rath! Verrath! Heraus! Heraus!"

Die Gestalt Katharinens, welche Roland im ersten Augen-blicke des Erstaunens losgelaffen hatte, verschwand in derDüsterheit, dagegen ließ sich Ruderschlag vernehmen undaugenblicklich wurden von den Zinnen der Burg fünf odersechs Hakenbüchsen und ein Falkonet nacheinander nach demWasser abgefeuert. Verwirrt durch Alles dies, wußte Rolandkeinen andern Weg, Katharinen, die er in dem Boot glaubte,zu schützen, als sich an Georg Douglas zu wenden. Indieser Absicht eilte er nach dem Gemach der Königin, woer laute Stimme» und Getrappel hörte. Bei seinem Ein-treten fand er sich in einer Gruppe verwirrter und erstaun-ter Menschen, die sich einander anstarrtcn. Am Hinteren Endedes Zimmers stand die Königin in Reisekleidern und nebenihr nicht nur Frau Fleming, sondern auch die allgegenwär-tige Katharine Seyton in weiblicher Kleidung mit dem Ju-wclenkästchen der Königin in der Hand. Am anderen Endedes Gemaches stand Frau von Lochleven unordentlich angezo-gen, wie Jemand, der plötzlich von seiner Schlafstätte aufge-scheucht ist, umgeben von Dienern, theils mit entblößten Schwer-