über den See hinüber und am Bcnarty widcrhalltcn, demBerge, der sich steil auf dem südlichen Ufer erhebt. Roland fuhrempor, den» er wußte, daß diese Glocke immer um zehn Uhrgeläutet ward als das Zeichen, daß die Thore der Burg ver-schlossen, und die Schlüssel dem Burgvogt übergeben wurden.Er eilte nach dem Thürchen, welches aus dem Garten in dasGebäude führte, und fand zu seinem Verdruß, daß in demAugenblicke, wo er anlangte, der Riegel knarrend aus dem Hakenherausging und sich in die eingchauene Vertiefung des steinernenThürpfostens legte.
„Halt! halt!" rief er, „und laßt mich hinein, che Ihrdas Thürchen verschließt."
Die Stimme des mürrischen Dryfesdale ließ sich von Innenin dem gewohnten bitteren Tone vernehmen: „Die Stundeist vorüber, schöner Junker. Ihr liebt nicht die inwendigeSeite dieser Mauern; so macht denn einen ganzen Feiertag undbleibt auch die Nacht, wie den Tag im Freien."
„Mach' auf!" rief der Kammerjunker empört, „oder, beiS. Gilgen! deine goldene Kette soll mir dafür hcrhalten."
„Mach' keinen Lärm hier," cntgegnete der eisenfeste Dryfes-dale. „Behalte deine feindlichen Flüche und albernen Drohungenfür Diejenigen, welche Etwas darauf geben. Ich thue, wasmeines Amtes ist und bringe die Schlüssel dem Burgvogt.Adieu, junger Herr! Die kühle Nachtluft wird gut sein für Euerheißes Blut."
Der Hofmeister hatte Recht: das kühle Lüftchen war sehrnöthig zur Beseitigung der Fieberhitze von Rolands Zorn, undcs dauerte geraume Zeit, bis das Mittel anschlug. Endlichnach einigen raschen Gängen durch den Garten, und nachdemer seinen Grimm in leeren Nachcgclöbnisscn ausgelassen, fiel csdem Kammerjunker ein, daß er mehr Ursache habe zu lachen,