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5 (1851) Der Abt
Entstehung
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sich wie cm Gespenst von einem Orte an den andern zu ver-setzen und je noch Belieben bald auf der Insel, bald auf demFestland zu erscheinen. Es kann nicht anders sein," wieder-holte er.Mit ihm unterhält sie einen genauen, geheimen,vertrauten Verkehr, welcher schlechterdings nicht zu den günsti-gen Augen paßt, mit denen sie mich zuweilen angesehen hat,einen Verkehr, der die Hoffnungen zerstört, welche, wie siewissen muß, ihre Blicke in mir erregt haben." Und doch dennLiebe hofft noch, wo der Verstand verzweifelt drängte sich ihmwieder der Gedanke auf, daß sie vielleicht die Leidenschaft desBurgvogts nur in so weit begünstigte, als es zum Vorrheilihrer Gebieterin gereichte, und daß sic zu offen, edel und auf-richtig sei, um.ihm selber Hoffnungen zu machen, welche sienicht zu erfüllen gedächte. Verloren in diese Vcrmuthungen setzteer sich auf eine Rasenbank, welche einerseits die Aussicht aufden See bor, andererseits den Anblick derjenigen Seite desSchlosses gewährte, auf welcher sich die Gemächer der Königinbefanden.

Die Sonne war untcrgcgangcn und das Zwielicht desMaiabends glng in das Helldunkel einer heiteren Nacht über.Die Wasserfläche, hob und senkte sich bei dem geringsten Weheneines Lüftchens von Süden, doch so, daß die kleinen Wellenkaum bemerkbar waren. In der Ferne erblickte man noch dieschwachen Umrisse des Eilands Sanct Sers, einst von manchemPilger in Sandalen als der geweihte Ort besucht, wo einMann Gottes gewandelt hatte, jetzt vernachlässigt und entweihtals die Zufluchtsstätte fauler Pfaffen, welche mit Recht genörhigtworden seien, den Schafen und Kühen eines protestantischenLandhcrrn Platz zu machen.

Während Roland auf den dunkeln Fleck in dem lichterenBlau des ihn umgebenden Wassers hinsah, eröffnten sich vor