Berg und Thal verkünden wird, daß keine Zeit mehr ist. Vor-läufig sei wacker und standhaft. — Diene Gott und ehre deineKönigin. Bleibe bei deinem Glauben — ich kann, ich will,ich getraue mich nicht, dich zu fragen nach der Wahrheit derschrecklichen Vermuthungen, die ich, Betreff deines Abfalls, ge-hört habe. Vollbringe nicht dies fluchwürdige Opfer, — undnoch in dieser letzten Stunde kannst du werden, was ich fürdas Kind meiner theuersten Hoffnungen gewünscht habe, —was sag' ich? das Kind meiner Hoffnung? — die HoffnungSchottlands, sein Stolz und seine Ehre sollst du werden! —Sogar Deine tollsten und thörichstcn Wünsche können dann viel-leicht in Erfüllung gehen. Ich sollte erröthen, gemeinere Be-weggründe neben den Lohn zu stellen, den ich dir biete; schä-men muß ich mich, daß ich der nichtigen Leidenschaften derJugend anders als mit Verachtung und Tadel erwähne. AberKinder müssen zu heilsamer Arznei durch Vorhaltung von Lecker-bissen, und junge Leute durch das Versprechen von Lust zuHeldenthaten gelockt werden. Merke also, Roland, auf meineWorte. Die Liebe von Katharinen Scyton kann nur Demwerden, welcher die Befreiung ihrer Gebieterin bewerkstelligt,und glaube du, es kann einst in deiner Hand die MöglichkeitUegcn, dieser glückliche Liebhaber zu werden. Weg also mitZweifel und Furcht; bereite dich zu thun, wozu die Religiondich beruft, was dein Vaterland von dir verlangt, wasdeine Unterthanen- und Dienstpflicht von dir erheischt, —und sei versichert, daß die tollsten Wünsche deines Herzenserreicht werden können, indem du.dem Ruf der Pflicht folgst."
Als sie geendigt hatte, ließ sich ein zweimaliges Klopfenan der inneren Thür vernehmen. Die Alte legte eilig ihrKinntuch wieder um, nahm ihren Sitz am Herd wieder einund fragte, wer §a sei.