verkleidet entgegen gekommen, Jedermann hat in Gleichnissen zumir geredet. Ich bin gewesen, wie Einer, der in einem schweren,wirren Traume liegt; und jetzt tadelt Ihr mich, daß ich nichkVerstand, Urthcilskraft und Festigkeit habe, wie ein wachender,entzauberter, vernünftiger Mensch, welcher weiß, was er thut,und wofür er es thut! Wenn Einer mit Masken und Ge-spenstern verkehrt, die sich von einem Ort- zum andern ver-setzen, wie in einem Wundergcsicht, nicht wie in der Wirklich-keit, dann kann der festeste Glaube und der gesundeste Ver-stand erschüttert werden. Ich habe, wenn ich denn meineThorheit gestehen soll, ich habe Katharinen Seyton gesucht,mit welcher Ihr mich zuerst bekannt gemacht habt, und die ichsonderbarer Weise hier in Kinroß finde, als die Fröhlichsteunter den Fröhlichen, nachdem ich sie kaum in der wohlbewach-ten Burg Lochlcven als die betrübte Dienerin einer gefangenenKönigin verlassen habe. Ich suche sie, und statt ihrer find' ichEuch, Mutter, noch sonderbarer verkleidet, als sie."
„Und was hattest du mit Katharinen Seyton zu schaf-fen?" fragte die Alte in strengem Ton! „Sind dies-Zeiten undUmstände, den Mädchen nachzulaufen, oder um den Maien zutanzen? Wenn die Trompete jeden ächten Schotten unter dasBanner seiner wahren Herrscherin ruft, willst du dich daweilend in der Kammer einer schönen Frau finden lassen?"
„Bei Gott! nein," antwortete Roland, „und eben sowenig eingeschlosscn in den Mauern einer Wasserburg. Ichwollte, jetzt gleich ertönte der Trompetenstoß, denn ich fürchte,kein minder lauter Klang wird die sonderbaren Traumgcstaltcnverscheuchen, von denen ich umgeben bin."
„Zweifle nicht, er wird ertönen," sprach die Alte, „und zwarso furchtbar laut, daß Schottland seines Gleiche» nicht mehr ver-nehmen wird/bis zum letzten und lautesten Posaunenschall, welcher