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sich mir einem Trünke klaren Wassers den Geschmack aus demMunde zu bringen. Trotz seiner Ungeduld ward er durch dieGeschwätzigkeit seines Wirthes aufgehalten, welcher endlich auchwieder auf Mutter Nicneven zu sprechen kam.
„Ich mag," sprach der Doctor, „außer dem Hause und indem Volksgedränge nicht von ihr reden, — nicht aus Furcht, wieder feige Hund Anster, sonder» weil ich nicht Anlaß zu Streitgeben möchte, denn ich habe keine Zeit, mich um Stiche undHiebe und zerschlagene Knochen zu bekümmern. Die Leute nennendie alte Hexe eine Prophetin, — ich glaube kaum, daß sie Vor-hersagen kann, wann eine Brut Hühner aus der Schale krie-chen wird. — Die Leute sagen, sie lese in den Sternen, —meine schwarze Hündin versteht gerade ebensoviel von dieserKunst, wenn sie den Mond anbellt. Die Leute behaupten, dieVettel sei eine Zauberin, eine Hexe und Gott weiß was noch.— Inter nos *), ich will einem Gerücht nicht widersprechen,welches sie auf den wohlverdienten Scheiterhaufen bringen kann.Aber eben so wenig will ich glauben, daß die Geschichten vonHexen, womit man uns die Ohren voll schwatzt, etwas Anderessind, als Trug, Täuschungen und Altweibcrmährchcn."
„Ums Himmels willen, was ist sie denn, daß ihr ein sol-ches Wesen von ihr macht?" fragte der Kammcrjunkcr.
„Sie ist," antwortete der Doctor, „eins von dtn verfluch-ten alten Weibern, welche sich erfrechen, die Kranken zu be-rathen und zu arzneien mit einem Plunder von Kräutern, mitBesprechungen, Kühltränkcn, Diät, Schleim oder Hcrzstärkungcn."
„Genug!" siel der Kammcrjunkcr ein. „Das Unglück mö-gen sie kriegen, sie sammt denen, die cs ihnen gleich thun, wennsic Hcrzstärkungcn brauen."
') Unter uns gesagt.