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5 (1851) Der Abt
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legen oder dich Falschheit lehren. Aber genieße diese Eitelkeitenmit Mäßigung und betrachte sie als Etwas, bas du bald ver-schmähen lernen mußt. Unser Kämmerer zu Kinroß, LukasLundin Doctor, wie er sich thörichter Weise nennt wirddir sagen, was du in Ausrichtung deines Auftrags zu thunhast. Vergiß nicht, daß man dir traute, und zeige dich desVertrauens würdig."

Wenn wir bedenken, daß Roland noch nicht neunzehn Jahrealt war, und daß er fast sein ganzes Leben in dem einsamenSchlosse Avenel zugebracht hatte, ausgenommen die wenigenStunden seines Berwcilens in Edinburg und die Zeit seinesAufenthaltes in Lochleven, und daß er in Lochlcvcn wie aufAvenel von der heiteren Menschenwclt abgeschieden war: danndürfen wir uns nicht wundern, daß sein Herz hüpfte vor Hoff-nung und Neugier bei der Aussicht auf Lhcilnahme an einerVolksbelustigung, wenn auch nur auf einer Kirchwcihe. Ereilte in sein Stübchen und störte in seinem Kleidervorratheherum, der, in jeder Hinsicht anständig, ihm von Edinburg ge-schickt worden war, vermuthlich auf Befehl des Grafen von Mur-ray. Dem Befehle der Königin gemäß hatte er ihr bisherimmer nur in Trauerkleidcrn oder wenigstens in dunkler Trachtaufgewartet, da in ihrer Lage keine lebhaftere Farbe zulässigsei. Jetzt aber suchte er sich die schmuckste Kleidung herausScharlach mit Schwarz ausgepufft, die königlichen Farben vonSchottland, kämmte sein langes Lockenhaar, schlang seineKette um einen Biberhut von der neuesten Form, und hing dasihm auf so geheimnisvolle Weise zugckommcne Prachtschweetan einem gestickten Wehrgehcnke um. All' dieser Schmuck unddazu seine offene Miene und seine hübsche Gestalt bildeten einrecht artiges Muster eines Elegants jener Zeit. Er wollte sichzum Abschiede noch bei der Königin und ihren Frauen empfeh-