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5 (1851) Der Abt
Entstehung
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aufstellen. Wiewohl lieber Gott! ich fürchte, mein Lateinist mir entfallen, so gut wie Sonstiges, was ich mein nannte. Also dies auf einen andern Tag. Mittlerweile laßt dieFrau von Lochlcven meinen Kammerjunker beschäftigen, wiesie Lust hat. Ich will keinen Anlaß zum Verdacht dadurch ge-ben, daß ich ein Wort zu ihm spreche, rhe er geht. RolandGracme, mein Freund, versäume keine Gelegenheit, dich zu be-lustigen tanze, singe, springe, laufe. Alles das läßt sichlustig auf dem Festlands thun. Aber hier müßte man mehrals Quecksilber im Leibe haben, um dergleichen zu treiben."

Ach, Madame," sprach der Prediger,wozu ermahnt Ihrda den Jüngling, während die Zeit vergeht und die Ewigkeitruft! Kann unsere Seligkeit erlangt werden bei eitler Lust,oder unser gutes Werk ausgcrichtet werden ohne Furcht undZittern?"

Ich kann nicht fürchten und zittern," versetzte die Köni-gin.Marien Stewart sind solche Empfindungen fremd. Aberwenn Kummer und Weinen von meiner Seite als Buße fürdes Knaben Genuß einer Stunde kindischen Vergnügens geltenkann, dann seid versichert, dieselbe soll redlich gethan werden."

Nein, allergnädigstc Frau," entgegnete der Prediger,daseid Ihr in einem großen Jrrthume. Unsere Thränen undKümmernisse sind viel zu gering für unsere eigenen Fehler undLhorhciten, geschweige daß wir sie, wie Eure Kirche fälschlichlehrt, zum Besten Anderer übertragen könnten."

Dürft' ich Euch bitten, Herr," versetzte die Königin,und möchtet Ihr in dieser Bitte so wenig Beleidigendes wiemöglich finden dürft' ich Euch bitten, Euch selber anders-wohin zu übertragen? Uns thut das Herz weh, und Wir mögenUns nicht mit weiterer Controvcrs behelligen lassen. Du, Ro-land, nimm dies Beutelchen;" (darauf wandte sie sich gegen den