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neu keine menschliche» Bedürfnisse zu kennen. Trotz seiner star-ken Eßlust aber hielt ein angeborner Zartsinn gegen Frauen,das Verlangen, als ein wohlerzogener Edelmann zu erscheinen,und wohl auch das Vergnügen, Katharinen gefällig zu sein,seine Aufmerksamkeit stets rege zur Verrichtung der vielen namen-losen Dienstleistungen, welche die Galanterie jener Zeit erforderte,Er schnitt säuberlich und mit Anstand vor, und suchte sorgfäl-tig die feinsten Bissen aus, um sie den Damen vorzulegen. Er-rieth er einen Wunsch derselben, so sprang er vom Tische auf,ihn zu erfüllen, schenkte Wein ein, vermischte ihn mit Wasser,wechselte Teller und machte alle Honneurs bei der Tafel mitmunterer Geschäftigkeit, tiefer Ehrerbietung und anmutbigerRaschheit.
Als er sah, daß sie nicht weiter aßen, beeilte er sich, derälteren Dame die silberne Kanne, das Becken und das Hand-tuch mit demselben ernsten Anstande darzurcichen, dpn er gegendie Königin beobachtet haben würde. In derselben Weise reichteer die genannten Stücke auch Katharinen Seyton dar, nachdemer in das Becken reines Wasser gegossen. Vermuthlich war diegewesene Nonne entschlossen, seine Selbstbeherrschung auf dieProbe zu stellen. Denn während sie die Hände wusch, spritztesic dem geschäftigen Diener Wasser in's Gesicht. Wenn es wirk-lich ihre Absicht war ihn zu verwirren, so bestand Roland dieProbe, und ließ sich weder in Verlegenheit noch zum Lachenbringen. Dagegen verdiente sich Katharine einen strengen Tadelvon ihrer Gefährtin, welche ihr Ungeschicklichkeit und Unan-ständigkeit vorwarf. Katharine antwortete nicht, sondern nahmeine verdrossene Miene an, fast wie ein verzogenes Kind, wel-ches auf Gelegenheit wartet, seinen Aerger über einen verdien-ten Vorwurf an Jemandem auszulasscn.
Frau Maria Fleming, sehr zufrieden mit dem Diensteifer