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sich auf ein Knie nieder, faßte die Hand der Königin und küßtesie. Dann ließ er sie los, stand auf und sprach: „Frau, dubist ein herrliches Geschöpf, obwohl du Gottes edelste Gabenmißbraucht hast. Ich leiste deinem männlichen Sinne dieseHuldigung, welche ich der Macht nicht habe leisten mögen, dirdu lange ungebührlicher Weise geübt hast. Ich kniee vor MariaSrewart, nicht vor der Königin." !
„Die Königin sowohl, wie Maria Stewart, bedauern dich,Lindesay," erwiderte Maria; „sie bedauern dich und vergebendir. An der Seite eines Königs wärest du ein ehrenreichcrKriegsmann gewesen, — vereint mit Rebellen bist du bloß einguter Haudegen in der Hand eines Räubers. — Lebt wohl,gnädiger Herr Ruthven, glätterer aber ärgerer Verräther.Lebe wohl, Mclvillc. Mögest du Herren finden, welche sichbesser auf Politik verstehen, als Maria Stewart, und Mittelhaben, sie reichlicher zu belohnen! — Lebt wohl, Douglas. LaßtEure geehrte Großmutter wissen, daß Wir für den Rest desTages allein zu bleiben wünschen. Gott weiß, daß es Uns noththut, Unsere Gedanken zu sammeln."
Alle verbeugten und entfernten sich. Kaum waren sie imVorzimmer, so geriethen Ruthven und Lindesay in Wortwechsel.„Zankt nicht mit mir, Ruthven," hörte man Lindesay sagen,als Antwort auf eine unvernehmliche Anrede Ruthvcns; „zanktnicht mit mir; ich will es nicht hören! Ihr habt mir diesHenkergeschäst aufgeladen, und selbst dem Henker ist cs verstär-ket, Die um Verzeihung zu bitten, an welchen er sein Amtverrichtet. Ich wollte, ich hätte so gute Ursache, dieser FrauFreund zu sein, als ich habe, ihr Feind zu sein — dann solltetIhr sehen, ob ich Leib und Leben im Kampfe für sie sparte."
„Du bist mir ein süßer Junge, für eine Frau zu kämpfenund zwar aus Anlaß einer gerunzelten Stirn und einer Thräne,"