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5 (1851) Der Abt
Entstehung
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finsteren, verächtlichen Lächeln. Die Königin zog mit einemAusdrucke des Schmerzes ihren Acrmel in die Höhe und zeigteauf ihrem entblößten Arm die rothen Spuren seiner Eisensinger.

Herr," sprach sie,als Ritter und Edelmann hättet ihrmeinem schwachen Arme die harte Probe ersparen sollen, daßdie größere Stärke auf Eurer Seite ist, und daß Ihr entschlossenseid, Gebrauch davon zu machen. Aber ich danke Euch da-für cs ist der entscheidendste Beweis, wie das Geschäft die-ses Tages beendigt worden ist. Ich nehme Euch zu Zeugen,Herren und Frauen, daß ich diese Urkunden unterschreibe, gehor-sam dem Handzeichen meines gnädigen Herrn von Lindesay,welches Ihr hier auf meinem Arme eingedrückt sehet."

Lindesay wollte sprechen, aber Ruthven kam ihm zuvormit den Worten:Schweigt, edler Herr. Laßt die Frau Mariavon Schottland ihre Unterschrift deuten wie sie will; unsereSache ist es, sie zu schaffen und sie dem Rathe zu überbringen.Sollte später Streit über die Weise entstehen, wie sie gegebenworden ist, dann wird noch Zeit genug sein, ihn auszumachen."

Lindesay begnügte sich, in den Bart zu brummen:IchHab' ihr nicht wehe thun wollen. Ich sehe, Weiberfleisch ist soweich, wie frisch gefallener Schnee."

Die Königin Unterzeichnete mit gleichgültiger Hast die Per-gamente, als ob sie unbedeutende Sachen oder bloße Förmlich-keiten enthielten. Dann stand sie auf, verbeugte sich gegen dieHerren und wollte sich nach ihrem Schlafgemache entfernen.Ruthven machte ein steifes Kompliment, Melville eine Verbeu-gung, bei welcher der Wunsch, sein Mitgefühl auszudrücken,in Widerstreit gericth mit der Furcht, in den Augen seiner Mit-gesandten zu anhänglich an seine frühere Gebieterin zu erschei-nen. Lindesay blieb aufrecht stehen, schritt dann wie in Folgeeines plötzlichen Antriebes um die Ecke des Tisches herum, ließ