Druckschrift 
5 (1851) Der Abt
Entstehung
Seite
140
Einzelbild herunterladen
 

140

Sünden, die wir wie Würmer unter die Füße getreten, gleichfeurigen Schlangen wider uns. Es ist Verleumdung, daß siemich der Thcilnahme an Darnlcy's Tod anschuldigcn', aber,heilige Jungfrau! ich habe zu sehr Anlaß zu dem Verdachtegegeben ich habe Bothwell gehcirathet."

Denkt jetzt nicht daran, edle Frau," sprach Melville,denkt lieber daran, wie Ihr für den Augenblick Euch und EurenSohn retten wollt. Fügt Euch dem gestellten ungerechten Be-gehren und hofft, daß bald bessere Zeiten kommen."

Edle Frau," begann Roland Graeme,wenn es' Euchgefällt, will ich augenblicklich durch den See schwimmen, dafcrnmir ein anderer Weg nach dem Lande verweigert wird, willan die Höfe von England, Frankreich und Spanien gehen undmelden, daß Ihr diese schändlichen Urkunden lediglich aus Todes-furcht unterschrieben habt, und will kämpfen wider Jeden, derdas Gegentheil behauptet."

Die Königin drehte sich um, und reichte mit einem jenersüß lächelnden Blicke, welche für die ganze Dauer des Lebcns-traumes jede Gefahr überreich bezahlen, ihre Hand dem Jüng-linge dar, ohne übrigens ein Wort zu sprechen. Roland knieteehrerbietig nieder und küßte sie. Melville fuhr fort in seinemVortrage:

Edle Frau, der Augenblick ist dringend und Ihr dürftdiese Boote, welche ich eben fertig machen sehe, nicht über denSee fahren lassen. Hier sind Zeugen genug: Eure Fräulein,dieser kühne Jüngling, ich selber falls ich für Eure Sachemit Erfolg reden kann, denn übereilt möchte ich mich nichtbloßstellcn aber auch ohne mich sind hier Zeugen genugzum Beweise, daß Ihr vor der Gewalt und aus Furcht Euchden Forderungen des Rathcs gefügt habt, nicht aber mit freier