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5 (1851) Der Abt
Entstehung
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sie zu begehen. Der Herr von Lindesay ist, abgesehen von sei-nem finsteren und fühllosen Wesen, ein naher Verwandter vonHeinrich Darnley; Ruthven hat seine besondcrn, weitaussehcndenund gefährlichen Plane. Ueberdies spricht der Rath von schrift-lichen und mündlichen Beweisen, von einem Kästchen mit Brie,fcn und Gott weiß, wovon noch."

Ach, guter Melville," antwortete die Königin,war' ichnur der strengen Gerechtigkeit meiner Richter eben so sicher, wiemeiner Unschuld. Aber "

O, haltet inne, edle Frau!" unterbrach Melville.Selbstdie Unschuld muß sich manchmal eine Zeitlang vor schmählicherVerleumdung beugen. Uebrigens seid Ihr hier"

Er hielt inne und sah sich um.

Sprecht weiter, Melville," redete ihm die Königin zu.Nie ist Jemand in meine Nähe gekommen, der mir übel ge-wollt hätte, und selbst diesen armen Edelknaben, welchen ichheute zum ersten Male in meinem Leben sehe, will ich getrostEure Mitthcilung mit anhöken lassen."

Wohlan, edle Frau," sprach Melville,wie die Sachenstehen, und da er Ueberbringer der Botschaft des Herrn Sey,ton ist, will ich cs wagen, vor ihm und vor diesem schönenFräulein, deren Treue und Zuverlässigkeit ich nicht bezweifle,die Bemerkung auszusprechen, daß es andere Mittel gibt, alseinen förmlichen Proceß, wodurch abgesetzte Könige oft umkom-men, und daß nach Macchiavel zwischen dem Gefängnisse unddem Grabe eines Königs nur ein Schritt ist."

O wär' er nur schnell und leicht für den Leib," entgcg-nete die unglückliche Fürstin,wär' er nur ein gefahrloser undglückseliger Wechsel für die Seele, kein Weib auf Erden würdedann diesen Schritt so gern 'thun, wie ich! Doch, ach!Melville, wenn wir an den Tod denken, erheben sich tausend