Er, Hernes, Huntly, der englische Gesandte Throgmorton undAndere, die Euch wohl wollen, sind einstimmig der Meinung,daß alle Urkunden, die Ihr innerhalb dieser Mauern ausstcllt,nichtig und kraftlos sind, als Ew. Durchlaucht abgenöthigtdurch Zwang, durch Erduldung gegenwärtiger Uebcl und durchFurcht vor Menschen und vor Unheil, welches auf Eure Wei-gerung erfolgen müßte. Gebt darum der Gewalt nach und seidversichert, daß Ihr Euch durch Unterzeichnung der Papiere, diesie Euch verlegen, schlechterdings nicht bindet, da Eurer Hand-lung des Unterzcichnens dasjenige fehlt, was ihr allein Gültig-keit verleihen kann, der freie Wille der Ausstellerin."
„Allerdings," versetzte Maria, „sagt so der edle Herr Cey-lon. Doch dünkt mich, von Seiten der Tochter einer so lan-gen Reihe von Herrschern beweiset cs wenig königlichen Sinnund wird sich dereinst nicht schön lesen in den Jahrbüchern,daß Maria ihr Erbrecht aufgcgebcn hat, weil Empörer mitDrohungen in sie drangen. Nein, Herr Robert Melville, dieDcrräther mögen arge Drohungen und kecke Worte ausstoßen,aber sie werden es nicht wagen, Hand an Unsere Person zulegen."
„Ach, edle Frau," antwortete Melville, „sie haben schollso viel gewagt und sich so großer Gefahr dadurch ausgcsetzt,daß sie so weit gegangen sind, daß sie nur einen Schritt nochhaben zum Schlimmsten uud Aeußersten."
„Nein," sprach die Königin, indem ihre Befürchtungenwieder die Oberhand gewannen, „schottische Herren würdensich doch wohl nicht dazu hergeben, ein hülfloses Weib zu er-morden?"
„Bedenkt, edle Frau," antwortete Melville, „welche schreck-liche Auftritte man in unseren Tagen erlebt hat. Welche Thatist so schwarz, daß sich nicht schottische Herren gefunden hätten,