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gegnete Lindesah. „Durch Verachtung unseres Ehrenworteshat sie die Ehre meines Namens angetastet. Laßt sie nun selberxusehen, welchen Weg sie einschlagen will. Wen» die halbeStunde verfließt, ohne daß sie sich dem Begehren der Nationfügt, dann wird ihre Laufbahn bald beendigt sein."
Ohne viele Umstände verließen die beiden Freiherren dasGemach und stiegen die Treppe hinab unter dem Klirren vonLindesay's Schlachtschwert bei jedem Tritt, den er that.Georg Douglas folgte ihnen mit einer Geberde des Staunensund Mitgefühls gegen Mclvillc, welche dieser erwiderte.
Sobald sie weg waren, warf sich die Königin, ihrem Schmerz,ihrer Angst und Aufregung freien Lauf lassend, in den Sesselzurück, rang die Hände und schien verzweifeln zu wollen. IhreDienerinnen, obwohl selber weinend, bemühten sich, sie zu be-ruhigen, und Herr Robert Mclvillc kniete nieder, um seineZureden mit den ihrigen zu vereinigen. Nachdem sie einemheftigen Ausbruch des Kummers freien Lauf gelassen, sprachsic endlich zu Herrn Robert: „Kniet nicht vor mir, Mclville,höhnt mich nicht mit äußerlicher Huldigung, an der das Herzkeinen Antheil hat. Warum bleibt Ihr bei der Abgcsetztcn,Verurthcilten? bei ihr, die vielleicht nur wenige Stunden zuleben- hat? Ihr habt Gunst genossen eben sowohl, wie dieUebrigen, warum fahrt Ihr länger als sie mit dem Schein derDankbarkeit fort?"
„Edle Frau," sprach Herr Robert, „so wahr mir Gotthelfe in meiner Noth, mein Herz ist so treu gegen Euch, alsob Ihr noch im vollen Besitz Eurer Hoheit wäret."
„Treu gegen mich? treu gegen mich?" wiederholte dieKönigin spöttisch. „Still, Melville. Was soll die Treue be-deuten, die mit der Falschheit meiner Feinde Hand in Handgeht? Deine Hand und dein Schwert sind nie so genau mit