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„Und Ivo, edler Herr, oder wie habt Ihr eine so gräßlicheAnklage wider Die gefunden, welche vor Euch sicht?" fragte dieKönigin. „Die schändlichen Verleumdungen, welche die öffent-liche Meinung in Schottland vergiftet, und mich als hülfloseGefangene in Eure Hände geliefert haben, sind sicherlich keinBeweis."
„Wir brauchen, keinen weiteren Beweis," antwortete derharte Freiherr von Ruthven, „als die schamlose Hcirath zwischender Wittwe des Ermordeten und dem Hauptmanne der Mör-derbande. Die, welche ihre Hände vereinigt haben im verhäng-nißvollen Maimonat, hatten bereits Herz und Sinn vereinigtin der Thar, welche jener Heirath nur wenige Wochen vor-herging."
„Edler Herr! edler Herr!" cntgegnetc die Königin lebhaft,„erinnert Euch, daß noch von anderer Seite als von meinerdie Einwilligung zu dieser verhängnißvollcn Verbindung, derunheilvollsten Handlung eines unheilvollen Lebens, gegeben wor-den ist. Die Mißgriffe der Fürsten sind oft Eingebungen böserRathgebcr; aber ärger denn Teufel sind diejenigen Rathgebcr,welche verlocken und vcrrathcn, und dann die Ersten sind, ihreunglücklichen Fürsten verantwortlich zu machen für die Folgenihres eignen Rathcs. — Habt Ihr, edle Herren, nie von einerschriftlichen Erklärung des hohen Adels gehört, in welcher dieseunglückselige Verbindung der unglückseligen Maria anempfohlenwird? Mich däucht, wenn man diese Schrift genau betrachtet,findet man darin die Namen Morton, Lindcsay und Ruthvenunter Denen, welche in mich drangen, jenen unglücklichen Mann'zu heirathcn. — Ach! mannhafter und treuer Herr Herries, derdu nie Falschheit und Ehrlosigkeit kanntest, du knietest vergebensvor mir, um mich vor der Gefahr zu warnen, und doch warstdu der Erste, dein gutes Schwert für mich zu ziehen, als ich