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5 (1851) Der Abt
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nung, daß seit der Zeit, welche zwischen der Nacht von KönigHeinrichs Ermordung und dem Lage von Carberry-Hill ver-flossen ist, Ew. Durchlaucht sich auf die jetzt vorgeschlagen»Maßregel Härte gefaßt halten sollen, als auf den leichtestenAusweg aus vielfachen Gefahren und Schwierigkeiten."

Großer Gott!" rief die Königin;also als einen Bor-theil wollt Ihr mir vorstellen, was jeder christliche König alseinen Verlust der Ehre, gleich dem Verlust des Lebens betrach-ten muß. Ihr nehmt mir meine Krone, meine Macht, meineUntcrthancn, meinen Reichthum, meine Herrlichkeit. Was, umaller Heiligen willen, könnt Ihr mir als Ersatz bieten, wennich mich füge?"

Wir geben Euch Verzeihung," antwortete Ruthven streng,wir geben Euch Zeit und Mittel, Euer übriges Leben inBuße und Abgeschiedenheit hinzubringen, wir geben Euch Frist,Euren Frieden mit dem Himmel zu machen und das rein»Evangelium anzunehmen, welches Ihr stets zurückgestoßcn undverfolgt habt."

Die Königin erblaßte auf die Drohung, welche in diesenWorten, wie in dem harten Tone des Redenden zu liegen schien.Und wenn ich Eurem mit solcher Harre gestellten Verlangennicht entspreche, was erfolgt dann?"

Sie sprach dies in einem Tone, welcher den Kampf natür-licher und weiblicher Furcht mit dem Gefühl verletzter Würdeverrieth. Es herrschte Stille, als ob Niemand Lust hätte,auf die Frage eine bestimmte Antwort zu geben. Endlich sprachRuthven:Es ist wohl kaum nöthig, Ew. Durchlaucht, die dawohlbelcsen ist in den Gesetzen wie in den Jahrbüchern desKönigreichs, daran zu erinnern, daß Mord und Ehebruch Ver-brechen sind, wofür ehedem wohl auch Königinnen den Toderlitten haben."