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Lindesay war damals mein Freund und gelobte, mein Streiterzu sein. Wie ich den Freiherrn von Lindesay beleidigt habe, weißich nicht; vermuthlich haben höhere Würden andere Gesinnun-gen gebracht."
So hartherzig auch Lindesay war, schien doch diese uncv-wartete Erinnerung ihn zu erschüttern, wenigstens im erstenAugenblick. Er erwiderte: „Madame, cs ist bekannt, daß Ihrdamals Jedem den Kopf verdrehen konntet, der Euch nahe kam.Ich mache nicht Anspruch auf den Ruhm, weiser gewesen zusein, als Andere. Aber schmuckere Leute und bessere Höflingeschoben bald meine ungezierte Ergebenheit bei Seite, und ichdenke, Ihr könnt Euch der Zeiten erinnern, wo meine unge-schickten Versuche, die Manieren anzunehmen, welche Euch ge-fielen, zum Gespött der Hofpapagcien, der Marien*) und derFranzösinnen wurden."
„Edler Herr," sprach die Königin, „ich bedaure, Euchin nachlässiger Heiterkeit beleidigt zu haben, und ich kannKlos sagen, es geschah unabsichtlich. Ihr habt volle Rache da-für, denn" (bemerkte sie seufzend) „in Heiterkeit werd' ichNiemanden mehr beleidigen."
„Unsere Zeit geht verloren, Madame," siel Ruthven ein.„Ich muß Euch um Eure Entscheidung bitten über diesenwichtigen Gegenstand, welchen ich Euch vorgctragen habe."
„Was, edler Herr? den Augenblick, ohne eine Minutezum Ucbcrlegen?" fragte die Königin. „Kann der sich so nen-nende Rath das von mir erwarten?"
„Madame," antwortete Ruthven, „der Rath ist der Mei-
Vier schottische Fräulein, Jugendgespielinnen, später Kammer-frauen der Königin. Zwei derselben waren die obengenannte Livingstoneund die mehrerwälinte Fleming.
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