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geben, ich seine Herausforderung annahm und von dem edlenGrafen von Morton dies gute Schwert erhielt, um den Streitdamit auszufechten. So wahr mir Gott helfe, wäre seine Keck-heit um ein Haarbreit größer, oder seine Feigheit um ein Haar-breit kleiner gewesen, dann wollt' ich mit diesem guten Stahlseinen verrätherischen Leichnam dermaßen ausgcwirkt haben, daßdie Hunde und Raben ihre Bissen zierlich vorgeschnittcn gefun-den haben sollten.^
Der Muth der Königin schwand beinahe bei Erwähnungdes Namens Bothwell — eines Namens, an welchen sich einesolche Verkettung von Schuld, Schande und Unglück knüpfte.')Aber die gedehnte Ruhmrede Lindesay's gab ihr Zeit, sich zusammeln und mit dem Anschein kalter Verachtung zu erwidern:„Es ist leicht, einen Gegner zu erschlagen, der nicht auf demKampfplatz erscheint. Aber hätte Maria Stewart ebensowohlihres Vaters Schwert geerbt, wie sein Scepter, bann solltendie kühnsten Rebellen an jenem Tage sich nicht beschwert haben,daß Keiner kam, sich mit ihnen zu messen. Ew. Herrlichkeitwird mir verzeihen, wenn ich dies Gespräch abbreche. Eine kurzeBeschreibung eines blutigen Kampfes ist lang genug, um dieNeugier einer Frau zu befriedigen. Wenn mein gnädiger Herrvon Lindcsay uns nichts Wichtigeres vorzutragcn hat, als dieThaten, welche der alte Häng - der-Katz'-die-Schell'-an ver-richtet hat, und die Art und Weise, wie er selber jene Thatennachgeahmt haben würde, dafern die Zeit es erlaubt hätte,dann wollen Wir Uns in Unser inneres Gemach zurückziehen.
*) Bothwell, Mörder Heinrich Darnlen's, des Gemahls der KöniginMaria und sein Nachfolger im Ehebett. Einen Monat nach der Vermäh-lung Mariens mit Bothwell erschienen die schottischen Herren im Feldsgegen Liesen. Der erwähnte Zweikampf unterblieb aus Befehl der Königin.