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ihrem Anblicke überrascht zu werden, denn sogleich war ihmdie geheimnisvolle Unterredung der beiden alten Damen in demFrauenkloster eingefallen, und er hatte den Schlüssel zu der-selben in seinem Zusammentreffen mit Katharinen auf diesemSchlosse gefunden. Der Anblick der Königin hatte ihn so sehrin Anspruch genommen, daß selbst das Gefühl eines jugend-lichen Liebhabers davor zurücktrat. Erst als Katharine ver-schwunden war, fing er an zu überlegen, in welchem Verhält-nisse sie zu einander stehen sollten. „Sic hat ihre Hand inbefehlender Weise gegen mich erhoben," dachte er. „Vielleichtwollte sie mich in meinem Gehorsam gegen den Befehl derKönigin bestärken; denn ich denke, sie konnte doch wohl nichtbeabsichtigen, mich mit der Art von Züchtigung zu bedrohen,welche sie der Fricsjacke und dem ar^nen Adam Woodcock hatangedeihen lassen. Doch das wollen wir bald sehen. Mittler-weile wollen wir das Vertrauen rechtfertige», welches diese un-glückliche Königin in uns gesetzt hat. Ich denke, mein gnädigerHerr von Murray wird selber zugestehcn, daß es Schuldigkeiteines treuen Kammerjunkcrs ist, seine Gebieterin gegen Zu-dringlichkeit zu schützen."
Demgemäß trat er in das Vorzimmer, verschloß und ver-riegelte die Thür, welche zu der Treppe führte, und setzte sichnieder, um den Erfolg abzuwartcn. Es bauerte nicht lange,so drückte eine starke Hand mit Heftigkeit auf die Klinke, stießan die Thür, schüttelte dieselbe, und endlich, als die Bemühun-gen ohne Erfolg blieben, rief eine rauhe Stimme: „Aufge-macht da drinnen!"
„Warum und auf wessen Befehl," fragte Roland, „sollich die Gemächer der Königin von Schottland öffnen?"
Ein neuer vergeblicher Versuch, vor welchem Schloß undRiegel klirrten, bewies, daß der ungeduldige Besuch Lust hatte,