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ohne Rücksicht auf das Anrufen einzutreten. Endlich kam eineAntwort:
„Oeffnet die Thür, auf Eure Gefahr! Der Freiherr vonLindcsay kommt, um mit Frau Marien von Schottland zureden."
„Der Freiherr von Lindcsay, als ein schottischer Standcs-hcrr, muß abwarten bis es seiner Herrscherin gefällt," erwi-derte der Thürhüter.
Ein heftiger Wortwechsel entspann sich jetzt zwischen denAußenstehenden. Roland unterschied deutlich die rauhe StimmeLindesay's, der, wie cs schien, die besänftigenden Worte Mel-ville's zurückwies: „Rein! nein! Ich sage dir, lieber häng'ich eine Petarde an die Thür, als daß ich mich von einem lü-dcrlichcn Weibe äffen und von einem frechen Laufjungen höhnenlasse."
„Laßt mich doch wenigstens erst gütliche Mittel versuchen,"entgcgnete Melville- „Gewalt gegen eine Frau würde EurenSchild auf ewig beflecken. Wartet, bis der gnädige Herr vonRuthvcn kommt."
„Ich will nicht länger warten," sprach Lindcsay. „Es isthohe Zeit, daß die Sache abgethan wird, und daß wir zu derRathsversammlung zurückkehrcn. Du magst dein gütlichesSpiel, wie du es nennst, versuchen, und ich will meinen Leutensagen, daß sie die Petarde bereit machen sollen. Ich bin mitso gutem Pulver versehen, wie das, welches die Kirch' im Feldein die Luft gesprengt hat."
„Habt doch um Gotteswillen Geduld!" cntgegncte Mel-villc, trat an die Thür und rief hinein: „Laßt die Königinwissen, daß ich, ihr treuer Diener, Robert Melville, sie bitte,um ihrer selbst willen und zur Verhütung schlimmer Folgen,
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