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wandt in Erkennung und Benutzung der Vortheilc, welche ihreReize ihr fast über Jeden gaben, der in den Bereich ihres Ein-flusses kam. Sie warf auf Roland einen Blick, welcher einHerz von Stein hätte erweichen können. „Armer Junge,"sprach sie mit halb wahrem, halb erkünsteltem Gefühl, „du bistUns fremd, gesandt in diese traurige. Gefangenschaft aus derGesellschaft einer zärtlichen Mutter, Schwester oder Geliebten,mit welcher du lustig um den Maien tanzen durftest. Ich bc-daure dich; aber du bist die einzige männliche Person in mei-nem Haushalt, willst du meinen Befehlen gehorchen?"
„Bis in den Tod, edle Frau," antwortete Roland in ent-schlossenem Ton-
„Dann bewache die Thür meines Gemaches," sprach dieKönigin; „wehre Jedem den Zutritt, bis Gewalt gebrauchtwird, oder bis Wir gebührlich angcklcidet sind zum Empfangdieser zudringlichen Besucher."
„Ich will sie vcrtheidigen, bis sic über meinen Leichnamwegschreiten," erwiderte Roland, in dessen Seele jede Bedenk-lichkeit vor dem Eindrücke des Augenblicks zurückwich.
„Nicht so, guter Junge," sprach die Königin, „nicht so,ich beseht' es dir. Wenn ich einen treuen Unterthan an mei-ner Seite habe, dann muß ich wahrlich sorgen, daß er mir er-halten bleibt. Stelle dich ihnen entgegen, bis sie sich schimpf-licher Weise in die Nothwcndigkeit versetzt glauben, Gewalt zubrauchen: dann aber, das befehl' ich dir, tritt zurück. Merk'dir das wohl." Und mit einem Lächeln der Gunst und derHoheit wandte sie sich um und trat mit ihren Dienerinnenhinter sich in das Schlafgemach.
Die jüngere von diesen Dienerinnen blieb einen Augenblickzurück und gab dem Lhürhüter einen Wink. Roland hatteschon lange bemerkt, daß es Katharine Seyton war, ohne vonDer Abt. ll. 8