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5 (1851) Der Abt
Place and Date of Creation
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durch dasselbe hinburchfahrend, stand sie von dem Sessel aufund stand da wie bas lebendige Bild einer griechischen Seherin,mit einem Ausdruck von Kummer und Stolz, mit lächelndemMund und thräncndcn Augen.Wir sind in schlechter Bereit-schaft, Unsere rebellischen Unterthanen zu empfangen," sprachsie;indeß so viel wie möglich wollen wir Uns bemühen, Unsso vor ihnen zu zeigen, wie cs ihrer Königin zukommt. Folgtmir, Mädchen. Wie lautet dein Lieblingslicd, Fleming?

Kommt, Mädchen, in mein Zimmer hier,

Und schmückt mein nußbraun' Haar.

Wo eine Lock' jetzt kräuselt ihr,

Zehnmal so viel einst war.

Ach!" fuhr sie fort, nachdem sie diese Verse eines alten Liedeshergcsagt,Gewalt hat mich des gewöhnlichen Schmuckesmeiner Würde beraubt, und die wenigen Zierden, welche dieNatur mir verliehen, sind durch Kummer und Angst zerstört."Doch während sie so sprach, fuhr sie abermals mit ihren Fin-gern durch das herrliche Haar, welches ihren königlichen Nackenund schwellenden Busen verhüllte, als ob sie doch bei all' ihrerheftigen Gcmüthsbewsgung das Bewußtsein ihrer unvergleichli-chen Reize nicht verloren hätte. Roland, auf dessen Jugend,Uncrfahrenhcit und lebhaftes Gefühl für Würde und Anmuthdie Haltung einer so schönen und hochgeborenen Frau wie einZauber wirkte, stand staunend und thcilnehmend wie festgc-bannt auf dem Flecke und wünschte sein Leben aufs Spiel setzenzu können in einem so herrlichen Kampfe, wie der für MariaStewart sein müßte. Sie war in Frankreich erzogen worden,sic besaß eine ausgezeichnete Schönheit, sie hatte als Königingeherrscht, als Königin in Schottland, wo dem Herrscher Men-schcnkenntniß so nöthig war, wie die Lebenslust. Dabei warsie mehr als irgend ein Weib auf Erden scharfblickend und ge-