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5 (1851) Der Abt
Entstehung
Seite
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Lindcsay in Fehde lag und auf diese Weise seine feindseligeGesinnung an den Lag legte. Der Schuß traf nicht und bliebunbeachtet. Weiter fiel nichts Bemcrkenswcrrhes vor, bis derZug die Gegend erreichte, wo der Lochleven seinen prächtigenWasserspiegel in den Strahlen der Sommersonnc ausbrcitete.

Die alte Burg auf einem Eiland fast in der Mitte desSees erinnerte Rolanden lebhaft an Avencl, wo er ausgewach-sen war. Aber der See hier war größer und geschmückt mitnoch einigen anderen kleinen Inseln, und während der Seevon Avencl ganz in Bergen versteckt lag, hatte der Lochlevenbloß im Süden die Aussicht auf den schönen Abhang eines derLomondbcrge und war sonst von der weiten, fruchtbaren Ebenevon Kinroß umgeben. Roland betrachtete mit einiger Beklem-mung die wasserumgürtcte Feste, welche, wie noch jetzt, bloßaus einem einzigen, einen Hof umschließenden, Bau bestandund aus einem äußeren Hof mit zwei runden Eckthürmcn undeinigen unbedeutendem Gebäuden. Eine Gruppe alter Bäumein der Nähe der Burg milderte einigermaßen das Anschn trost-loser Abgeschlossenheit, welches die Insel hatte, allein keineswegsso sehr, daß Roland die Lage einer dort zu wohnen vcrurthcil-ten Fürstin oder seine eigne Lage hätte leidlich finden sollen.Ich muß unter dem Stern geboren sein, der über Frauenund Wasscrseen regiert," dachte er,denn ich mag mich stellen,wie ich will, so entgebe ich nicht dem Dienst bei jenen und demWohnen in diesen. Aber wenn sie mir nicht freien Spielraumgeben, sollen sic es eben so schwer finden, einen guten Schwim-mer dort einzusperren, wie einen wilden Enterich."

Der Zug hatte den Rand des Wassers erreicht. Ein Knechtritt vor, entfaltete und schwenkte die Fahne des Frciherrn vonLindesay und zu gleicher Zeit stieß der Freiherr mit Macht insein Hifthorn. Sofort wurde als Antwort auf diese Zeichen