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„Di der Kammerfrau liegt mir weniger," erwiderte Mor-ton; „aber der Almosenier will mir nicht gefallen. Ich denke,Priester jedes Glaubens gleichen sich so ziemlich einander. Daist Johann Knox, einst ein so trefflicher Zerstörer, jetzt geizignach dem Ruhme ein Erbauer zu werden und ein Gründer vonSchulen und Hochschulen aus den Stiftsgütern und bischöflichenAbgaben und anderem Raube, den Schottlands hoher Adel mitSchwert und Bogen Rom abgcnommcn hat, und womit er jetztneue Nester ausstatten will, worin die alte Leier gesungen wer-den soll."
„Johann ist ein Mann Gottes," sprach der Regent, „undsein Unternehmen ist ein frommes."
Das ruhige Lächeln, mit welchem diese Worte begleitet waren,machte es unmöglich, zu erkennen, ob sie als Lob oder als Spottauf die Bestrebungen des schottischen Reformators gemeint wa-ren. Mit einer Miene, welche besagte: Du bist lange genugZeuge dieser Unterredung gewesen, — wandte sich der Reichs-vcrwescr zu Roland und hieß ihn augenblicklich aufsitzcn, da dergnädige Herr von Lindcsay bereits zu Pferde sei. Der Kam-merjunker machte seine Verbeugung und verließ das Gemach.
Geführt von Michel Flieg-im-Wind, fand er am Schloß-rhore sein Pferd gesattelt und in der Nähe etwa zwanzig Rei-sige, deren Anführer deutliche Zeichen mürrischer Ungeduld gab.
„Ist das der Hansaff von Kammcrjunkcr, auf den wir solange gewartet Habens" brummte er dem Jäger zu. „DerHerr von Ruthvcn wird lange vor uns die Burg erreichen."
Michel erwiderte: der Junge sei von dem Regenten aufgc-haltcn worden, um noch einige letzte Anweisungen zu erhalten.Der Anführer brummte einen unartikulirten Laut, welcher einmürrisches: „Gut!" ausdrücken sollte, rief einem seiner Knechteund sprach: „Edward, nimm den Junker da in deine Obhut