gefordert wird, ist Treue — Treue gegen mich und den Staat.Ihr habt darum ein wachsames Auge zu richten auf jedenVersuch und auf jede geäußerte Neigung, einen Verkehr miteinem der großen Herren anzuknüpfcn, welche im Westen einePartei gebildet haben — mit Hamilton, Seyton, Flemingund dergleichen. Allerdings hat meine durchlauchtigste Schwesterin Berücksichtigung der Unfälle, welche dies arme Königreichdurch Schuld übler, ihre königliche Güte mißbrauchender Rath-gebcr betroffen haben, sich entschlossen, für die Zukunft sich vonStaatsgcschäften fern zu halten. Nichtsdestoweniger ist csPflicht für Uns, die Wir an der Stelle und im Namen Un-seres königlichen Neffen handeln, Vorsorge zu treffen wider dieUebel, welche aus einer Acndcrung oder aus einem Schwankenin ihrer königlichen Entschließung entspringen könnten. Dem-nach wird es Eure Schuldigkeit sein, Acht zu haben und Un-serer Frau Mutter, deren Gast gegenwärtig Unsere Schwesterist, Alles zu melden, was auf ein Vorhaben schließen läßt, ihrePerson von ihrem sicheren Wohnort wcgzubringen oder einenVerkehr mit Auswärtigen zu eröffnen. Solltet Ihr übrigensetwas Wichtiges entdecken, Etwas, das mehr als bloßen Ver-dacht veranlassen könnte, dann unterlaßt nicht, mich unmittel-bar davon zu benachrichtigen durch einen eigends abgesandtcnBoten. Dieser Ring berechtigt Euch, Roß und Mann zu sol-chem Dienste zu entbieten. — So geht denn. Wenn in EuremKopfe halb so viel Verstand ist, wie Euer Blick verräth, dannmuß Euch das Gesagte klar sein. Dient mir treu, und, sowahr ich ein gegürteter Graf bin, Euer Lohn soll groß sein."
Roland verbeugte sich und wollte sich entfernen.
Der Graf winkte ihm zu bleiben und sprach weiter: „Ichhabe dir großes Vertrauen geschenkt, junger Mensch, denn dubist der Einzige in ihrem Gefolge, welcher ihr auf meine Em-