84
schwenken die Guedel damit, und du wirst eine wundersameVeränderung an mir wahrnehmen."
„Dergestalt, daß du aufgelegt bist, dein lustiges Lied vomPapst zu singen?"
„Ja," antwortete Adam, „das heißt, wenn wir diese ru-hige Stadt eine Meile weit hinter uns haben. Ihr könnt Euchüberzeugen, wenn Ihr Euren Klepper nehmen und so weit mitmir reiten wollt."
„Das geht nicht," sprach Michel Flieg-im-Wind. „Ichhabe nur so viel Zeit, ukk an deinem Morgcntrunk Thcil zunehmen und zuzusehen, daß du aufsitzest. Ich will bestellen,daß gesattelt wird, und will den Holzapfel für dich braten lassen."
Als der Jäger sich entfernt hatte, nahm der Falkner denEdelknaben bei der Hand und sprach: „Ich will in meinemLeben keinen Habicht mehr bchauben, wenn mir die Trennungvon Euch nicht so sehr zu Herzen geht, als ob Ihr mein leib-liches Kind wäret. Nehmt mir's nicht übel; — aber ich weißnicht, was mir eine solche Zuneigung für Euch cinflößt, esmüßte denn derselbe Grund sein, warum ich den bitterbösenbraunen Teufel von Klepper so gern hatte, den der Ritter Sa-tan nannte, bis Meister Warden seinen Namen in Seytonverwandelte, weil cs Vermessenheit sei, ein Thier nach dem Kö-nig der Finsterniß zu benennen."
„Und von ihm war es Vermessenheit, ein bösartiges Viehnach einer hohen Familie zu nennen," fiel Roland ein.
„Also Seyton oder Satan," fuhr Adam fort; „ich hatte denKlepper lieber, als jedes andere Pferd im Stall. An Schlafenwar nicht zu denken, wenn man ihn zwischen den Beinen hatte;das ging ewig hin und her mit ihm; bald schoß er vorwärts,bald huste er, bald biß er, bald schlug er aus, daß man seineNoth mit ihm hatte und am Ende dazu kam, der Länge nach