Druckschrift 
5 (1851) Der Abt
Entstehung
Seite
77
Einzelbild herunterladen
 

hob seine Reitgerte und rief:Wer in meiner Gegenwart un-ehrerbietig von dem heiligen Vater der Kirche spricht, ist eineketzerische Wolfsbrut, und ich will ihn durchhauen wie einenschlechten Köther."

Und ich will dir deinen jungen Hals brechen, wenn dudich unterstehst, einen Finger gegen mich aufzuheben," erwiderteAdam, und den Drohungen des jungen Eisenfressers zum Trotzhob er wieder an:

Der Papst zu Nom, der stolze Held',

Hat uns zu lang"

Weiter kam er nicht, denn ehe er singen konntegeblendet,"ward er selber geblendet durch einen Hieb mit der Gerte desaufgebrachten Rothmantels. Wüthend fuhr er empor undtastete nach dem frechen Widersacher, den er bald gefaßt habenwürbe, hätte nicht Roland ganz gegen seine sonstige Art denbesonnenen Friedensstifter gespielt und sich zwischen Beide ge-worfen, mit dem Ausruf:Woodcock! Ihr wißt nicht, mit wemIhr es zu thun habt! Und du," sprach er zu dem Roth-mantel, der Adams Wuth verlachte,mach', daß du fortkommst.Wenn du bist, wofür ich dich halte, dann hast du gute Gründedazu."

Dies Mal hast du cs getroffen, Eichcnspitz," versetzte derRothmantel,vermuthlich aber doch nur zufällig. Wirth,gebt dem Knecht da eine Flasche Wein, um sich den Schmerzaus den Augen auszuwaschen und hier ist ein Laubthalerfür ihn." So sprechend, warf er das Geld auf den Tisch undverließ mit schnellem aber festem Schritt das Zimmer, keck rechtsund links sehend, und Schnippchen schlagend gegen einige acht-bare Bürger, welche sagten, es sei eine Schande, daß man solcheFrechheiten zu Gunsten des Papstes dulde, und nach den Grif-