Druckschrift 
5 (1851) Der Abt
Entstehung
Seite
73
Einzelbild herunterladen
 

73

Der Rothmantel lachte bei diesen Worten und das Lachenerinnerte Rolanden so lebhaft an das, mit welchem Katharinadie Unterhaltung in dem alten Kloster eröffnet hatte, daß erbeinahe herausgeplatzt wäre:Bei Gott, Katharina Seyton!"Indeß er hielt den Ausruf zurück und sagte nur:Herr, ichglaube, wir sind uns nicht ganz fremd."

Wenn das ist, so müssen wir im Traume beisammen ge-wesen sein," versetzte der Rothmantel,und ich habe bei Tagezu viel zu thun, um mich dessen zu erinnern, was mir desNachts durch den Kopf geht."

Oder vielmehr, Euch den folgenden Tag an Leute zwerinnern, die Ihr den Abend zuvor gesehen habt," fügte Rolandhinzu.

Der Rothmantel warf ihm einen Blick der Betroffenheitzu und entgegnete:Ich verstehe so wenig, was Ihr meint,wie der Gaul, den ich reite. Wenn Ihr mit Euren Wortenbeleidigen wollt, so werdet Ihr mich bereit finden, sie in demSinne zu nehmen, so gut wie nur irgend ein Jüngern Lothian."

Ihr wißt wohl, obschon Ihr Euch fremd stellt, daß esmir nicht einfallen kann, mit Euch Streit anfangen zu wollen,"erwiderte Roland.

So laßt mich denn meine Botschaft ausrichten, damit ichvon Euch loskomme," sprach der Rothmantel.Tretet hieher,daß die alte Lederfaust da uns nicht hören kann."

Sie traten in den Erker, welchen Roland beim Erscheinendes Rothmantels im Zimmer verlassen hatte. Letzterer warfeinen durchdringenden Blick umher, ob sie nicht beobachtet seien,und wandte dann der Gesellschaft den Rücken. Roland thatdesgleichen, und der Rothmantel zog ein prächtiges kleinesSchwert hervor mit silberner vergoldeter Scheide in erhabenerArbeit und ebendergleichcn Griff.Ich bring' Euch," sprach