52
„Deine Rede klingt wie Metall," sprach der Regent, „undich verzeihe die Schärfe um der Wahrheit willen. — Alsoweißt du, was zum Dienst eines Reisigen gehört?"
„Soweit Uebung ohne wirklichen Fclddicnst es lehren kann,"antwortete Roland. „Unser Ritter gestattete Niemandem inseinem Haushalt, auf die Streife zu reiten, und ich habe niedas Glück gehabt, eine Schlacht zu sehen."
„Das Glück!" wiederholte der Regent mit einem Lächelndes Kummers. „Sei versichert, junger Mensch, Krieg ist daseinzige Spiel, von welchem beide Theile als die Verlierendenaufstchev."
„Nicht immer, gnädiger Herr," entgcgnete Roland mitder ihm eigenen Kühnheit, „dafern das Gerücht wahr spricht."
„Wie, junger Herr?" sprach der Regent, seinerseits cr-röthend und vielleicht eine unkluge Anspielung auf sein Empor-steigcn im Bürgerkriege argwöhnend.
„Gnädiger Herr," fuhr Roland in unverändertem Tonefort, „ich meine, wer wacker kämpft, gewinnt nothwendig Ruhmim Leben oder Ehre im Tod; folglich ist der Krieg ein Spiel,von welchem Niemand als der Verlierende aufstchcn kann."
Der Reichsverweser lächelte und schüttelte den Kopf. Indemselben Augenblicke ging die Thür auf, und es erschien derGraf von Morton.
„Ach komme in Eile," sprach er, „und unangemeldet, weilich wichtige Neuigkeiten habe. — Es ist, wie ich sagte. EdwardGlendinning ist zum Abt ernannt, und" — —
„Still, gnädiger Herr!" entgcgnete der Regent. „Ichweiß cs, aber"-
„Ihr wußtet es vielleicht vor mir, gnädiger Herr vonMurray," siel Morton ein, indem seine dunkelrothe Stirn nochdunkler und röther wurde.