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5 (1851) Der Abt
Entstehung
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lesen. Während dieses Geschäftes verfinsterte sich seine'Stirn,als erführe er Etwas eben so Unerwartetes als Mißfälliges.Er ließ sich auf dem nächsten Sitze nieder, runzelte die Stirn,bis seine Brauen fast aneinander stießen, las den Brief nocheinmal und blieb einige Minuten in Nachdenken versunken.Endlich blickte er auf, und sein Auge begegnete dem des Thür-hüters, welcher sich vergebens bemühte, den Blick spähender Neu-gier plötzlich in den unbefangener Gleichgültigkeit zu verwandeln jenen Blick, der sieht, aber Nichts zu bemerken scheint, wieer Jedem zu empfehlen ist, welcher sich in einem Augenblicke beiseinem Vorgesetzten befindet, wo dessen Gefühle und Gedankensich unwillkürlich vcrrathen. Große Männer sind eben so eifer-süchtig auf ihre Gedanken, wie die Gemahlin des Königs Kan-daules auf ihre Reize, und sind geneigt Diejenigen zu strafen,welche sie, wenn auch unwillkührlich, in geistiger Entblößunggesehen haben.

Verlaßt das Gemach, Hyndman!" herrschte der Regentihm zu,und richtet Eure Beobachtung anderswohin. Ihrseid zu schlau für Euren Posten, welcher Leuten von geringere»Fähigkeiten gebührt. So! jetzt seht Ihr alberner aus, als vor-her" (man kann sich denken, wie Hpndman durch die Zurecht-weisung aus der Fassung gebracht war).Bewahret diesenStarrblick, und er wird Euch vielleicht Euer Amt bewahren.Fort!"

Der Thürhüter entfernte sich, wie vom Donner gerührt,und vergaß nicht, unter den andern Gründen seines Widerwillensgegen Roland Gracme auch den aufzumerkcn, daß derselbe Zeugedieses seines Schimpfes gewesen. Nachdem er das Gemach ver-lassen hatte, redete der Regent den Jüngling an:

Euer Name ist Armstrong, sagt Ihr?"

Nein," antwortete Roland,mein Name ist Graeme