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5 (1851) Der Abt
Entstehung
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Lehnen und von einem großen, mit karmesinrothcm Sammetüberzogenen, Armstuhl am oberen Ende. Schreibzeug und Pa-pier lagen auf dem Tische scheinbar unordentlich durcheinander.Einige der Geheimen Räthe, welche zurückgeblieben waren, nah-men eben ihre Degen, Mäntel und Mützen, empfahlen sich demReichsverwcscr und entfernten sich durch eine große Thür, der-jenigen gegenüber, durch welche Roland eingctrcten war. Esschien, der Graf von Murray habe einen Witz gemacht, denndie lächelnden Mienen der Staatsmänner drückten die wohlge-fällige Aufnahme aus, welche der herablassende Scherz einesFürsten bei Hosleuten findet. Der Regent selber lachtet herzlich,indem er sagte:Lebt wohl, meine Herrn, und empfehlt michdem Hahne aus dem Norden."

Nach diesen Worten wandte er sich um gegen Roland, unddie Spuren wirklicher oder angenommener Heiterkeit verschwan-den von seinem Gesichte, wie die vorübergehenden Bläschen aufdem dunkeln Spiegel eines stillen, tiefen Sees, in welchen einReisender einen Stein geworfen hat. In einer Minute hattenseine edlen Züge ihren natürlichen Ausdruck tiefen und selbstschwermüthigcn Ernstes wieder angenommen.

Dieser ausgezeichnete Staatsmann als solchen erkanntenihn seine bittersten Feinde an besaß sowohl die volle äußer-liche Würde, wie fast alle edlen Eigenschaften, welche der hohenStellung entsprachen, in welcher er sich befand. Hätte er alsrechtmäßiger Erbe den Thron bestiegen, so würde er wahrschein-lich als einer der weisesten und größten Könige Schottlands inder Geschichte dastchen. Aber daß er seine Macht nur der Ab-setzung und Einkerkerung seiner Schwester und Wohlthäterin ver-dankte, das war ein Verbrechen, welches nur Diejenigen ent-schuldigen können, welche glauben, Ehrgeiz rechtfertige Undank-barkeit. Er war einfach gekleidet in schwarzen Sammet, nach