schwärmte wie Bienen auf der schönen Straße. Statt der La-denfenster, in welchen jetzt die Waarcn zur Schau gelegt werden,hatten die Handelsleute ihre offenen, in die Straße hinausgehcndenBuden, in welchen ihr ganzer Waarcnvorrath vor Augen lag,wie in den neueren Bazars. Und obwohl die Waarcn nichtgerade von der köstlichste» Art waren, glaubte Graeme doch dieReichthümcr der ganzen Welt zu erblicken in einigen Ballenflämischer Tücher und in den ausgehängtcn Lapetenmustern.An andern Orten hatte er Hausgcräthc und Silbergeschirr zubewundern. Noch mehr zogen ihn die Mcsserschmiedsbuden a»mit Schwertern und Dolchen von schottischer Arbeit, und mitBertheidigungswaffenstücken, die aus Flandern eingeführt wurden.Bei jedem Schritte fand er so viel zu bewundern und zu be-trachten , daß Adam Woodcock nicht wenig Mühe hatte, ihnzwischen all' diesen Wunderwerken vorwärts zu bringen.
Die Personen nicht minder als die Sachen waren der Be-trachtung werth. Hier ging eine rcichgcputztc Frau in ihremseidnen Schleier, vor ihr ein Kammcrherr, der ihr Platz machte,hinter ihr ein Edelknabe, der ihre Schleppe und eine Kammer-frau, welche ihre Bibel trug, und daran erkennen ließ, daß derWeg der Herrschaft nach der Kirche ging. Dort sah man ingleicher Richtung eine Gruppe Bürger gehen mit kurzen flämi-schen Mänteln, weiten Pumphosen, Wämsern mit hohen Kra-gen und Federbarettcn, — eine Tracht, welcher die Schottenlange treu blieben. Dann kam der Geistliche selber in seinemschwarzen Genfer Mantel und seinem Kragen, mit Ernst undAufmerksamkeit dem Gespräche verschiedener ihn begleitenderPersonen zuhörend, welches sich ohne Zweifel auf den Gegenstandbezog, den er in Begriff war auf der Kanzel abzuhandeln.Aber nicht bloß solche fromme Gestalten ließen sich sehen. Viel-mehr erblickte Roland, fast so oft er an eine Ecke kam, einen