217
seiner Denkungsart den Werth des Complünents hcrabsetztc.Doch gebot ihm sein Gewissen sofort, mit ehrfurchtsvollemDanke das Anerbieten anzunchmen, welches der Gemahl seinerliebreichen Beschützerin ihm machte, und die Klugheit, so ge-ring sie auch bei ihm war, sagte ihm, daß er mit ganz ande-ren Aussichten in die Welt eintretcn würde, im Gefolge desdurch Weisheit, Muth und Einfluß ausgezeichneten Rittcrtz,denn als Reisegefährte und Werkzeug in der Hand seinerGroßmutter, deren Plane ihm träumerisch vorkamen. Dochein heftiger Widerwille gegen den Wiedereintritt in einenDienst, aus welchem er mit Schimpf entlassen war, hielt diesenErwägungen fast das Gleichgewicht.
Herr Halbert betrachtete ihn verwundert und fuhr fort :„Ihr scheint Anstand zu nehmen, junger Mensch. Sind EureAussichten so lockend, daß Ihr Euch besinnt, mein Anerbietenanzunehmen t Oder muß ich Euch zu Gemüthe führen, daßEure Wohlthäterin, wenn Ihr sie auch beleidigt habt, dochnoch weit schmerzlicher von dem Gedanken ergriffen werdenwürde, daß Ihr ohne Führer in eine so stürmische Welt, wiesie hier in Schottland ist, hinausgegangen seid, und daßDankbarkeit gegen sie Euch verpflichtet, ihr diesen Kummer zuersparen, eben so sehr, wie die Pflicht gegen Euch selbst Euchgebietet, meinen Schutz anzunehmen, ohne welchen Ihr Euchin Gefahr des Leibes und der Seele stürzen würdet?"
Roland Gracmc antwortete in ehrerbietigem Tone aber miteinigem Selbstbewußtscin: „Ich bin nicht undankbar für dieGunst, welche der Herr von Avcnel mir zugewandt hat, undich bin erfreut, zum ersten Mal zu erfahren, daß ich nichtdas Unglück gehabt habe, so ganz seiner Aufmerksamkeit un-wcrth zu sein, wie ich gedacht habe. Es bedarf weiter Nichts,als mir zu zeigen, wie ich meine schuldige Dankbarkeit an den