215
„Nichts, was der Rede wcrth wäre," fiel Woodcock ein.„Ein einfältiger Streit mit mir, der noch einfältiger der gnä-digen Frau wieder erzählt wurde, hat dem armen Jungenseinen Platz gekostet. Ich will nur offen gestehen, daß ich vonAnfang bis zu Ende Unrecht hatte, ausgenommen was dasWaschen des Fleisches für die Nestlinge betrifft. In diesemPunkte, behaupte ich, hatte ich Recht."
Nach diesem Eingänge erzählte der gute Falkner seinemHerrn die ganze Geschichte von dem Zanke, welcher den jungenRoland bei seiner Gebieterin in Ungnade gebracht hatte, aberin einer für den Edelknaben so günstigen Weise, daß HerrHalbert seine cdclmüthige Absicht errieth.
„Du bist ein guter Kerl, Adam Woodcock," sprach er.
„So gut wie je einer einen Falken auf der Faust gehabthat," erwiderte Adam; „und von Meister Roland ist dasselbezu sageni Aber da er durch sein Amt ein halber Edelmann ist,so wird sein Blut schnell heiß und so geht mir's ebenfalls."
„Dem sei wie ihm wolle," sprach der Ritter, „meine Ge-mahlin hat übereilt gehandelt, denn dies war kein so großesVergehen, daß sie darum den Jungen hätte sortschicken sollen,den sie Jahre lang erzogen hatte. Freilich wird er durch feinGeschwätz die Sache ärger gemacht haben. Uebrigcns paßt csganz zu einem Plane, den ich im Sinne hatte. — Woodcock,bringe diese Leute weg, und Ihr, Roland Gracme, begleitetmich."
Der Jüngling folgte ihm schweigend in die Wohnung desAbtes. Der Ritter trat in das erste Gemach ein, welches eroffen fand, und gebot einem seiner Leute, seinen Bruder, Mei-ster Edward Glcndinning, wissen zu lassen, daß er ihn zusprechen wünsche. Die Reisigen entfernten sich vergnügt, umihren Kameraden Adam Woodcock und die lustige Gesellschaft