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Art allgemeiner Ausgelassenheit, gleich der, welche bei den Sa-turnalien Her Alten oder beim heutigen Carneval herrscht, scheintvon jeher und fast überall dem Volke «erstattet gewesen zu sein.Eine Eigenthümlichkeit der römischen Kirche aber scheint es ge-wesen zu sein, daß die Geistlichkeit, während sie sich bemühte,ihren Gottesdienst durch alle Mittel der Pracht, der Ton - undder Baukunst ergreifend zu machen, nichtsdestoweniger bei ge-wissen Gelegenheiten gestattete, daß das gemeine Volk einenFestkönig ernannte, der unter den Namen: Abt von Unsinn,Kindcrbischof oder Obmann der Narren, Besitz von den Kirchenergriff, die heiligen Stätten durch Nachäffung der heiligen Ge-bräuche entweihte und unziemliche Parodien auf die Kirchenliedersang. Die Gleichgültigkeit der Geistlichen hiergegen, die Dul-dung, ja selbst Förderung dieses Treibens, bildet einen starkenGegensatz zu der Empfindlichkeit, mit welcher sie jeden ernstlichenAngriff auf die Lehren der Kirche durch Predigten oder Schriftenaufnahmen. Jene Gleichgültigkeit läßt sich nur mit derjenigenvergleichen, mit welcher sie die derben Novellen duldeten undoft selbst bewunderten, welche Chauccr, Dunbar, Boccaccio,Bandello und Andere auf die schlechten Sitten der Klerisei dich-teten. Es scheint, da wie dort wollten die Pfaffen sich mit denLaien absinden, und ihnen Befriedigung ihrer rohen Scherzlustin unziemlichen Spöttereien unter der Bedingung gestatten,daß sie sich jeder ernstlichen Frage über den Grund der Lehrenenthielten, auf welchem der unermeßliche Bau der Kirchcngewaltruhte.
Ein ganz anderes Ding aber wurden die so gutgeheißcnenKurzwelle, als die protestantischen Lehren Hnsingen, das Uebergc-wicht zu erlangen. Die Ausgelassenheit, welche die Vorfahrenlediglich in Fröhlichkeit des Herzens und nicht im Entferntestenmit der Absicht, die Religion herabzuwürdigen. geübt hatten,