187
wurde letzt vom gemeinen Volke fortgesetzt als eine Weise, ihreMißachtung gegen die römische Pricstcrschaft und ihre Brauchean den Tag zu legen. Als Beispiel hierfür mag die Geschichtevon einem Amtsboten dienen, welcher 1547 auf Schloß Borth-wick geschickt wurde, um den Freiherr» vor den Primas vonS. Andrews zu fordern, und über welchen ein Abt von Unsinndas Urthcil sprach, daß er seine Citation auffrcssen und amMühlwchr getaucht werden solle.
In einem Prozesse zwischen Junker Georg Hay de Minzcaneund dem Freihcrrn von Borthwick war in Folge des Nichterschei-nens einiger Zeugen ein Bannbrief gegen den Freiherrn ergan-gen. Wilhelm Langlands, Amtsdiener oder Stabträger desHochstifts S. Andrews, überreichte diesen Brief dem Pfarrerzu Borthwick und ersuchte ihn, denselben beim Hochamte zu ver-lesen. Eben führten die Burgbewohner ihr Lieblingsspicl, denAbt von Unsinn, auf, bei welchem ein Scheinprälat (gleich demHerrn von Unfug in England) jede gesetzliche und kirchlicheGewalt und Ordnung ins Lächerliche zog. Diese lustige Personkam mit ihrem Gefolge in die Kirche, ergriff ohne Umständeden Amtsdicner des Primas, schleppte ihn nach dem Mühldammsüdlich von der Burg und nöthigte ihn, ins Wasser zu springen.Damit noch nicht zufrieden, erklärte der Abt von Unsinn, Mei-ster Wilhelm Langlands sei noch nicht genug gebadet, und gabden Umstehenden Befehl, ihn rücklings in das Wasser zu legenund ganz gehörig zu tauchen. Nach Vollziehung dieses Spruchesward der unglückliche Amtsdiener nach der Kirche zurückgesührtund ihm eine Erquickung aus das Bad bereitet. Der Bannbricfward zerrissen und die Stücke in einen Napf Wein gelegt, weil,meinte der Narrenabt, Pergament eine gar zu trockene Speisesei. Langlands ward gcnöthigt, den zerstückten Brief hinunterzu würgen und darauf den Wein zu trinken, und ward vom