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5 (1851) Der Abt
Entstehung
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so war cs Schmerz und Angst nicht um sich, sondern um dieKirche, der er sich geweiht hatte.

Endlich stand er auf den zerbrochenen Stufen des Hoch-alrars, barfuß, wie die Regel es vorschrieb, in der Hand denHirtenstab denn der Ring und die Insul, reich mit Juwo-len besetzt, waren die Beute der Ketzer geworden. Es kamenkeine gehorsamen Lehenträger, Mann für Mann, Huldigung zuleisten und Gaben darzubringcn zum Ankauf eines Zelters undeiner reichen Satteldecke für ihren geistlichen Oberen. Kein Bi-schof wohnte der Feierlichkeit bei, um in die Reihen der Kir-chenfürstcn einen Würdenträger aufzunehmen, dessen Stimmeauf dem Reichstag so viel galt, wie die seinige. Eilfertig undmit Abkürzung der vorgeschriebenen Förmlichkeiten traten dieMönche Einer nach dem Andern vor, um ihrem neugewähl-tcn Abte den Friedenskuß zu geben zum Zeichen brüderlicherLiebe und geistlicher Unterwürfigkeit. Dann wurde schnellMesse gelesen, so schnell als geschähe es für junge Leute, welcheauf die Jagd eilten, und nicht als wäre es der feierlichste Theileiner feierlichen Weihung. Dem Priester, welcher sie las, zit-terte die Stimme, und oft sah er sich um, als fürchtete erunterbrochen zu werden, ^und die Brüder hörten zu, als wünsch-ten sie, die kurze Amtshandlung möge noch mehr abgekürztwerden.*)

Diese Zeichen von Besorgniß und Ungeduld steigerten sichim Fortgange der Ceremonie, und es schien als wären sie nichtbloß durch Einbildung veranlaßt. Denn während der Pausen

»1 lim die Vergnügungen der Großen und die religiösen Brauchein Einklang miteinander zu bringen, pflegte man in katholischen Ländernsür Jagdgesellschaften abgekürzte Messe» zu lesen. Diese hießen Jagd-messen und ihre Kürze sollte der Ungeduld der Zuhörer entsprechen.