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5 (1851) Der Abt
Entstehung
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auf ihn und fragte dann mit zitternder Stimme:Bist duunglückselig genug, an der Kraft des Heiligen zu zweifeln? "Der Jüngling beeilte sich, zu antworten:Ich glaube,wie die heilige Kirche befiehlt und bezweifle nicht St. RingansKraft zu heilen. Ich bemerke nur mit geziemender Ehrerbie-tung, daß er in der jüngsten Zeit keine Geneigtheit zur Ucbungderselben an den Tag gelegt hat." »

Hat dies Land cs etwa verdient?" fragte die Alte, raschdem Gipfel einer Höhe zuschreitend und dann stehen bleibend.Hier," sprach sie,stand das Kreuz, das Grcnzmal des Stif-tes St. Marien, hier auf dieser Höhe, von wo das Auge desfrommen Pilgers zuerst das alte Kloster zu Gesicht bekam, dasLicht des LandK, die Wohnung von Heiligen, das Grab vonKönigen. Wo ist jetzt dies Sinnbild unseres Glaubens? Esliegt auf der Erde ein gestaltloser Block, von welchem Bruch-stücke wcggcführt sind zum niedrigsten Gebrauch, bis endlichkeine Spur von seiner ursprünglichen Gestalt mehr vorhandenist. Schau ostwärts, mein Sohn, wo sonst die Sonne herrlicheThürme bestrahlte, von denen Kreuze und Glocken hcruntergerissensind, wie wenn die alten Einfälle wilder Heiden sich erneuerthätten. Schau hin auf jene Zinnen, deren theilweise Zerstörungwir selbst aus dieser Entfernung bemerken können, und frage,ob dies Land von den Heiligen, deren Bilder und Altäre entweihtsind, andere Wunder als die der Rache erwarten kann! Wielange," rief sie mit einem Blick nach oben,wie lange soll sienoch ausbleibcn?" Sie hielt inne und begann dann wieder mitbegeistertem Nachdruck:Ja, mein Sohn, Alles auf Erden istnur für eine Zeit; Lust und Schmerz, Triumph und Elendfolgen einander wie Wolken und Sonnenschein. Nicht für im-mer ist der Weinberg zertreten, die Lücken werden ausgebessert,die fruchtbaren Reben werden wieder ausgcbunden werden-