I«3
Katharine, das Thier auf die Schultern patschend. „Ich willhoffen, du kommst in gute Hände, denn meine glücklichstenStunden sind in der letzten Zeit die gewesen, wo ich dich ge-wartet habe; — ich wollte, ich wäre zu keinem besseren Ge-schäft geboren worden."
„Pfui über dich, du schwachhcrzige Dirne!" rief die Aeb-tissin. „Ist das eine Rede, wie sie einer Person des NamensScyton ziemt? oder einer Schwester dieses Hauses, die aufdem Pfade der Auserwählten wandelt? — und obendrein eineRede, ausgesprochen vor einem fremden jungen Manne? —Geh' in mein Betzimmer, Kind, lies dort deine Horen, bis ichkomme und dir eine Vorlesung halte, welche dich den Segen,den du besitzest, soll schätzen lehren."
Katharine wollte sich schweigend entfernen mit einem halbbetrübten, halb schalkhaften Blick auf Roland, als wollte siesagen: „Ihr seht, was Euer unzeitiger Besuch mir zugczogenhat." Plötzlich aber besann sie sich, ging auf Roland zu undreichte ihm die Hand, indem sie ihm guten Abend sagte. DerHändedruck hatte stattgefundcn, noch ehe die erstaunte Altedazwischentrctcn konnte und Katharine hatte Zeit zu sagen:„Verzeiht mir, Mutter. Wir haben lange kein freundliches Ge-sicht gesehen. Seitdem die Unordnungen im Lande in unserestille Zurückgezogenheit eingebrochen sind, haben wir nur Dü-sterheit und Uebclwollen erblickt. Ich sage diesem jungen Men-schen freundlich Lebewohl, weil er in Freundlichkeit zu unsgekommen ist, und weil Zehn gegen Eins zu wetten ist, daßwir uns in dieser Welt nie wieder treffen. Ich sehe besserals er, daß die Unternehmungen, in welche Ihr Euch stürzt,zu groß sind, als daß Ihr die Leitung in Eurer Gewalt be-halten könntet, und daß Ihr jetzt einen Stein rollt, der Euch
11 *