war, und diese Zahl wurde nicht sehr verringert während sei-ner Abwesenheit. Ferner wurden wöchentlich sechs ScheffelMalz zu Bier gebraut, wovon die Leute im Hause nach Be-lieben trinken konnten. Brod wurde im Verhältniß zum Be-darf der Dienerschaft gebacken. In diesem Ueberfluß nun hatteRoland Jahre lang gelebt, und das war eine schlechte Borbe-reitung zu lauwarmen Gemüse und Brunnenwasser. Wahr-scheinlich drückte sich auf seinem Gesicht die Empfindung desUnterschiedes aus, denn die Aebtissin bemerkte: „Es scheint,mein Sohn, die Tafeln des ketzerischen Freiherrn, in dessenGefolge ihr lange gewesen seid, sind mit leckerern Gerichtenbesetzt, als die der leidenden Töchter der Kirche. Und dochhabe ich in den festlichsten Rächten, wenn die Nonnen an mei-ner Tafel essen dursten, die seinen Bissen, welche bei solchenGelegenheiten aufgetragcn wurden, nicht als halb so köstlich be-trachtet, wie dies grüne Gericht und dies Wasser, womit ichlieber mich begnügen will, als im Geringsten von der Strengemeines Gelübdes abgehen. Nie soll cs heißen, daß die Herrindieses Hauses es zu einem Ort der Schmauserei gemacht hat,während die Tage der Trübsal und des Kummers über dieKirche gekommen waren, von der ich ein unwürdiges Gliedbin."
„Du hast wohl gesprochen, Schwester," nahm MagdaleneGraeme das Wort; „aber es ist jetzt nicht bloß die Zeit desLeidens, sondern auch die des Handelns. Und da nun unserPilgcrmahl beendigt ist, so laß uns abtreten, um uns auf un-sere morgende Reise vorzubereiten und Rath zu halten über dieWeise, in welcher diese Kinder zum Dienste Gottes verwandtwerden sollen, und über die Maßregeln, mit welchen wir ihrerUnbedachtsamkeit und Unbesonnenheit begegnen mögen."
Trotz der keineswegs heiter stimmenden Mahlzeit fühlte